Artikel aus den Werkheften 2/3-2016 sind online

In die Sommerpause hinein stellen wir Euch und Ihnen einige Artikel aus der Werkheft-Reihe online zur Verfügung. Sie sind alle unter den „Impulsen für die Gruppen“ abgelegt. Die drei Hefte waren in diesem Jahr thematisch verbunden mit „Zeit-Worten, entsprechende Artikel sind auch hier online abrufbar::
Heft 1: „Wie es war im Anfang…“ – Vergangenheit
– einige Artikel werden noch ergänzt –
Heft: 2: „So auch jetzt…“-Gegenwart 
16-02 Gebetshilfen – In alles hat Gott Ewigkeit hineingelegt
16-02 Praktisch umgesetzt – Deine Zeit in meinen Haenden
16-02 Ignatianisch leben – Achtsamkeit – wach sein fuer die Gegenwart
16-02 Ignatianisch leben – Die kostbaren Zeichen des Dazwischen
16-02 Zeit-Zeichen – Echtzeit und Auszeit
Heft 3: „und allezeit…“: Zukunft
16-03 Gebetshilfen – Sehnsucht nach Entgrenzung
16-03 Praktisch umgesetzt – Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben
16-03 Zeit-Zeichen – Klimawandel in der Welt und in der Kirche vor Ort
16-03 Umgang mit Medien – Ab- und Einschalten haben ihre Zeit

Wenn die Texte Euch und Ihnen ein „Mehr“ an Verbundenheit mit dem Herrn und untereinander eröffnen können, haben sie ihren Zweck erfüllt. Viel Freude damit wünscht die Werkheft-Redaktion und aus ihr heraus
Harald Klein, Köln

„Neues aus Ragusa“ Das GCL-Flüchtlingsprojekt „An die Grenzen gehen“ in Sizilien geht in eine neue Runde!

Symbolbild Ragusa

Auch 2016 gibt es wieder das Angebot für junge und junggebliebene Interessenten, drei Wochen lang in einer Gruppe von Freiwilligen in Ragusa zu leben und in Zentren der Stiftung San Giovanni Battista mitzuarbeiten.

Die Teilnahme ist an folgenden Terminen möglich:

  • 25.6.-17.7.2016
  • 16.7.-7.8.2016
  • 6.8.-28.8.2016
  • 27.8.-18.9.2016
  • 17.9.-9.10.2016

 

Die Kosten für den Aufenthalt betragen 275 für Unterkunft und Verpflegung (ohne Anreise).

Die Anmeldung erfolgt dieses Jahr erstmalig über die Website der europäischen GCL www.clc-cvx.eu. Die Interessenten werden dann von den Verantwortlichen zu einem Skype-Interview eingeladen.

Nähere Informationen:

Der neue Vorstand der GCL Deutschland

Beim Delegiertentreffen der GCLDeutschland in Werdenfels wurde der neue Vorstand gewählt:

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  • Vorsitzende: Maria Boxberg
  • Stellvertreter:Bernhard Zaunseder
  • Weitere Mitglieder: Christine Neumann, Frank Beyersdörfer, Gerlinde Knoller

Kraft Amtes gehören weiterhin zum Vorstand: Thomas Gertler SJ (Kirchlicher Assistent) und Daniela Frank (Nationalreferentin).

Herzlichen Glückwunsch den Gewählten und alles Gute für den gemeinsamen Weg! Gottes reichen Segen für Euer Wirken!

Du kennst mich – kleiner Impuls in der Fastenzeit

Am 19. Januar 1972 schrieb Fridolin Stier einen Dialog zu Psalm 139, den ich gestern entdeckt habe und einfach teilen möchte. Am Ende ist die Rede davon, was Gott zu Herzen geht, ihm, dem Barmherzigen. Diese Geschichte kann einen schlagartig zum Umkehren bewegen. Umkehren, sich ansehen lassen, aushalten und die „Lästerungen enttäuschter Liebe“ verlieren ihre Notwendigkeit.

Als er kam, erkannte ich ihn nicht. Unangeklopft war er hereingekommen, leise, stand hinter mir. Ich saß mit dem Rücken zur Tür, er muss schon ein Weilchen, weiß Gott wie lange schon, hinter mir gestanden haben, als ich Anwesenheit spürte, wie es mir des öfteren passiert (es ist unheimlich).
Ich drehte den Kopf und da war er, ein gänzlich Unbekannter, der mir doch irgendwie bekannt vorkam. Ich meine, ich hätte Bilder von ihm gesehen, vielleicht lagen gar noch welche in der Schreibtischschublade, aber nein, er glich deren keinem. Er sah mich nur an, schweigend starrten wir uns an, ich weiß nicht wie lange, vielleicht nur Sekunden. „Nun?“, sagte ich endlich, „ich glaube nicht, dass wir uns schon einmal begegnet sind.“
„Nein!“ „Mein Name ist Gott“, sagte der Fremde. „Na, dann, Guten Tag Herr Gott! Sind sie gewiss der einzige dieses Namens, ich meinte, er sei für einen anderen, nämlich für einen ganz anderen (wie manche Experten behaupten) reserviert.“ Darauf sagte er: „Sie haben recht – der Einzige und der Andere bin ich. Und wir sind uns schon unzählige Male begegnet, vielleicht unter anderen Namen, die Sie mir, dem Begegnenden geben. Und heute, auf dem Friedhof und auf dem Rückweg haben Sie mich gerufen.“
„Gerufen?“ „Ja, gelästert haben Sie mich! … Sie wissen wohl nicht, wie sehr mir die Lästerungen enttäuschter Liebe zu Herzen gehen?“ Sprachs und ließ mich verdattert sitzen.

Zu finden in: Stier, Fridolin: Mit Psalmen beten, Stuttgart 2001, 1. Auflage

Welttag 2016 – Regionalgemeinschaft Aachen u. Köln gemeinsam mit der Diözesangemeinschaft Trier

„Sorgt euch um das Wohl der Stadt… – Die größere Wirklichkeit wahrnehmen.“
Mit den Worten des Propheten Jeremia wollen wir uns beim Welttag 2016 von der Vielfalt der Menschen und deren Lebensformen anrühren und herausfordern lassen. Verschiedene Gäste werden zu Wort kommen; wir werden ihre Lebenswirklichkeit wahrnehmen, auf uns wirken lassen und ins Gespräch kommen.
Mehr dazu und zur Anmeldemöglichkeit hier im Flyer zum downloaden:
Welttag St. Thomas 2016
Wir freuen uns, diesen Tag zum zweiten Mal mit der Diözesangemeinschaft Trier gemeinsam zu feiern, am Samstag, dem 12. März 2016 von 9.30 bis 17.00 Uhr schönen Exerzitienhaus in St. Thomas /Eifel.

amare…servendo – durch dienen lieben

Ich treffe hier bei den Gästen(Flüchtlingen) viele Muslime, nur wenige Christen. Mittags nach dem Mittagessen bieten Andrea und ich Brettspiele an, wir spielen „Dame“, „Mensch Ärger Dich nicht“ und „Trenta“. Am zweiten Sonntag hatten einige Mitglieder der benachbarten kath. Gemeinde die Männer aus unserem Zentrum zum Mittagessen eingeladen, es gab Spaghetti und die Nigerianer kochten nach Rezepten aus ihrer Heimat. Eine bunte Gesellschaft war zusammen und danach wurde noch getanzt.

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Gemeinsames Mittagessen der „Gäste“ in der Pfarrgemeinde

Sonntags fuhren wir Voluntäre nach Marina di Ragusa ans Meer und samstags schauten wir uns in Caltagirone wunderbare gut erhaltene Mosaike aus griechischer Zeit an. Es war schön, ein Auto zu haben und so am Wochenende etwas vom Land zu sehen. Die Landschaft ist sehr schön und die Temperaturen waren auch angenehm.

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Der Strand bei Marina di Ragusa

Die Konflikte zwischen den Flüchtlingen im Zentrum nahmen zu und die Stimmung wurde schlechter. Die Gründe waren sehr unterschiedlich. Die meisten Gäste sind Nigerianer und bekommen vermutlich einen negativen Bescheid, da sie als Wirtschaftsflüchtlinge gelten. Das Taschengeld war immer noch nicht da und im OG waren zwei von vier Duschen nicht nutzbar. Freitags versammelten sich plötzlich viele Gäste vor dem Büro, es wurde laut. Die Leiterin kam aus dem Büro, und im Flur fand dann plötzlich eine Diskussion darüber statt, warum immer noch kein Taschengeld ausbezahlt wird. Die Gäste vermuteten, dass die Leiterin das Geld gar nicht ausbezahlen will, weil angeblich in allen anderen Zentren das Taschengeld schon bezahlt wurde – alle zwei Monate sollte es bezahlt werden, hier wartete man nun schon fast drei Monate. Endlich am Montag wurden dann die Schecks ausgegeben und das Taschengeld konnte bei der Bank geholt werden. Wir haben nun schon zwei Wochen jeden Tag das Mittagessen im Zentrum eingenommen, es gab entweder Reis mit Soße oder Spaghetti mit Soße, sonst keine Abwechslung. Ich spiele nun fast täglich mit den Gästen Fussball, mal auf einem kleinen Steinplatz, mal auf einem großen Kunstrasenplatz, die Jungs gingen bisher sehr rücksichtsvoll mit mir um, mein Alter wird respektiert😉

Mittwochabend ist Bibelkreis bei den Jesuiten und dank einer Simultanübersetzung in englisch konnten wir auch etwas verstehen. Wir hörten ein Kapitel aus dem Buch Tobit und fast eine Stunde las Cesare, der Jesuit, und erläuterte diesen Text. Nach diesem ersten Teil gehen die meisten aber ca. 12 Personen blieben noch da, die sehr persönlich ihre eigenen Erfahrungen erzählten, an die sie durch den Text erinnert wurden. Auch wir wurden eingeladen uns mitzuteilen. Mir fiel zu diesem Text ein Lebensthema ein: „begleiten und begleitet werden“, was ich auch in diesen Tagen hier in mehrfacher Hinsicht erlebe. Ich werde begleitet von der Gruppe der GCLer und ich begleite zeitweise andere Menschen, seien es Operator, Gäste oder jemand aus unserer Gruppe..

Da wir als Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit vorgestellt wurden lud uns die Italienerin Mariella ein sie am nächsten Dienstag bei einem anderen Dienst zu begleiten, den sie ehrenamtlich tut.

Dienstagmorgens holte uns Mariella ab und wir besuchten „vo.cri“ (Assocciazone di Volontario Christiano ONLUS), in dem 90 Freiwillige jede Woche von montags bis samstags arbeiten. Gegründet wurde dies am 29. Januar 1993 von Concetta. Diese alte Frau ist auch heute noch mit Stock im Laden und hilft mit. Aber es sind alle Altersklassen von Helfern vertreten, die pro Tag ca. 50 Familien und insgesamt ca. 300 Familien betreuen. Vor der Öffnung morgens wird bei 20 Bäckern um Backwaren gebeten, welche dann später ab 9.00 Uhr an die Hilfsbedürftigen verteilt werden. Daneben werden Kleider ausgegeben. Das Kleiderlager ist übervoll. Im Obergeschoss sind Räume für eine Hausaufgabenhilfe, in die 30 Kinder von dreizehn Nachhilfelehrern betreut werden. Salvatore führte uns durch das Zentrum, dessen Räume vom Bischof kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Vo.cri erhält kein Geld vom Staat und finanziert sich nur aus Spenden. Gemäß dem Aufruf des Papstes wurde in diesem Haus einer fünfköpfigen Familie aus Tunesien eine Wohnung gegeben. Mich berührte besonders das Motto der Gruppe „amare … servendo“ (durch dienen lieben). Auch wenn ich fast alles nur auf italienisch erklärt bekomme und vieles erraten muss, meine ich alles verstanden zu haben, es ist dieser klar spürbare Geist.

Sizilien hat seit 1998 sehr viele Flüchtlinge und die Menschen sind immer noch gastfreundlich und engagieren sich. Ich wünsche mir diesen Geist auch in meiner Heimat für die Zukunft.

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Heimfahrt von Siracusa

Auf der Heimfahrt von Siracusa erlebten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Obwohl die Landschaft manchmal recht karg ist, wachsen hier noch viele Pflanzen üppig . Über die vielen Farben können wir nur staunen. Es gibt so viele Farben und weniger Farben wäre sicher trister.