Der Tag des Zuhörens (2. Tag)

Der Tag begann mit einem gemeinsamen Morgengebet im Auditorium.  Der Vormittag war von einem Rückblick auf die Geschichte der GCL – 450 Jahre – geprägt: Eingeleitet von einem Film, der auch die einzelnen Welttreffen ins Gedächtnis rief. Danach erzählte Tobie Zakia, wie er die wichtigsten Stationen des Übergangs von der MC zur GCL miterlebt und mitgestaltet hat. Zwischenzeitlich wurde bei diesem Vortrag die sehr gute Simultanübersetzung durch Schwierigkeiten mit der Technik sehr erschwert.

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Nach einer Kaffeepause folgte der zweite Teil der Vorstellungen der einzelnen Delegationen – es fehlten noch 22(!).  Besonders nahe ging uns die Vorstellung der Gemeinschaft aus Syrien. Als Beispiel das Symbol von Mexiko:

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Der Nachmittag war dem Bericht des Weltvorstandes gewidmet. Nach einem ersten Überblick zu den jährlichen Treffen des Vorstandes (3 x in Rom und je einmal in Lille und in Miami) wurden die einzelnen Regionen von den jeweiligen Kontaktpersonen näher beleuchtet. Luke Rodrigues, der stellvertretende Kirchliche Assistent, stellte lebhaft und engagiert seine Sicht des Verhältnisses zwischen Jesuiten und GCL dar. In die Berichtsperiode fällt auch die Geburt von Juan Sebastian, dem ersten Sohn von Franklin und Sofia, der als Jüngster am Treffen teilnimmt und es immer wieder belebt. Das zweite Kind des Paares ist sichtbar unterwegs.

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Den Tag beschlossen wir mit dem Gottesdienst zum Fest des Hl. Ignatius in französischer Sprache mit englischer Predigt und begleitet von einem libanesischen Chor.

Das Welttreffen ist eröffnet

Beirut-0003Heute Morgen wurde die Versammlung eröffnet – durch Daniela Frank und durch den Vorsitzenden der GCL in Libanon.

Es folgte ein besonderer Gottesdienst im maronitischen Ritus mit dem Patriarchen vom Libanon, einem Grußwort von Kardinal Rylko, dem Präsidenten des päpstlichen Laienrates sowie dem Provinzial der hiesigen Jesuiten. Der maronitische Ritus in arabischer Sprache und dem Hochgebet in Altsyrisch, das der Sprache Jesu sehr nahe kommen soll mit viel Weihrauch, einem liturgischen Chor und einer für uns ungewöhnlichen Reihenfolge (z.B. das dreimal Heilig am Anfang, dem Friedensgruß zur Gabenbereitung, das Kyrie am Schluss). Die libanesische GCL hatte dazu auch Repräsentanten des Landes und zwei Fernsehanstalten eingeladen. Beirut-0005

Joseph Waiß (Österreich) mit Ernst Langner und Inge Höpfl

Am Nachmittag haben sich dann die einzelnen Delegationen mit den mitgebrachten Symbolen und einer (nicht immer) kurzen Übersicht der wichtigsten Entwicklungen der letzten 5 Jahre vorgestellt. Die Symbole waren sehr unterschiedlich, kreativ, kunstvoll – Ausdruck der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der einzelnen Nationalgemeinschaften. Besonders bewegend für uns waren die Präsentationen von Japan mit Bezug auf den Tsunami , der atomaren Katastrophe und deren Folgen. Aus dem zerbrochen Krug, dem Symbol der Gemeinschaft in Simbabwe in Fatima, wurde ein Gefäß mit wachsenden Blumen, gefertigt von einem Künstler des Landes.Beirut-0007

Zum Abschluss des intensiven Tages gab es einen gemeinsamen Tagesrückblick angeleitet durch die Prozessbegleiterin Elaine Nightingale. Nach Stille und Austausch in den einzelnen Delegationen folgte ein zweiter Schritt, in dem jede und jeder ein Wort als Extrakt des Tages in einem einzigen Wort ausdrücken konnte. In einem dritten Schritt waren wir eingeladen unser Wort der gesamten Assembly mitzuteilen. So entstand ein breites Mosaik von Eindrücken: Sehnsucht, Hoffnung, Gemeinschaft, Verschiedenheit, Vielfalt, Leben, Fülle, Bewegtsein und viele andere.

Gut angekommen

Gut und mit Applaus für den Piloten sind wir gelandet und sehr herzlich willkommen geheißen worden. Schon bei der Passkontrolle wurden wir von Antoine aus Syrien, der jetzt im Libanon lebt, und Daniel in Empfang genommen. Bereits in Frankfurt hatten wir die Litauische Delegation getroffen und begrüßt.

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Am Flughafen in Beirut warteten die Delegationen aus Österreich, Ruanda, Kamerun sowie Lois aus USA. Mit dem Bus ging es lange durch die riesige Stadt und dann steil hinauf zu unserem Domizil „Notre Dame Du Mont“.

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Am Montag konnten wir uns gut vorbereiten, unsere Vorstellung ausarbeiten und uns innerlich auf das Treffen einstimmen. Im Laufe des Tages kamen mehr und mehr Delegationen an. Alle wurden – genau so wie wir gestern – mit großem Charme von dem libanesischen Host Team in grünen T-Shirts mit der Aufschrift „En todo amar y servir“ begrüßt. Für alle gab es eine „Assembly Tasche“ (T-Shirt, Sonnenhut mit libanesischem Baum, Trinkflasche, handgemachter Seife, Stift, Liederbuch und Block).

Ein schöner Abendritus scheint sich einzustellen: Wir sitzen auf dem Balkon mit Blick auf das nächtliche Beirut und das Mittelmeer, tauschen unsere Erfahrungen des Tages aus und schließen mit einem Glas Wein ab.

GCL Weltdelegiertentreffen in Libanon

Das Weltdelegiertentreffen findet dieses mal in Beirut / Libanon vom 29.Juli. bis 8. August statt. Unsere Delegierten
– Inge Höpfl
– Thomas Gertler
– Ernst Langner

starten am Sonntag, 28. Juli in Frankfurt.

Ergänzung aus der Moderation: hier finden Sie das Gebet fuer unser Welttreffen im Libanon – mit der Bitte, das Weltteffen betend zu begleiten.
Harald Klein, Köln

Sich einmischen: Thema des Werkheftes 3/2013

Wie Sie die Geldscheine Ihres Portemonaies ins Beten führen können, und wie wenige Seiten einer kurzen Rede eines französischen Politikers Gruppierungen wie Attac ins Leben riefen und uns als Menschen in der GCL ermutigen, uns „einzumischen“, verraten Ihnen die beiden Artikel 13-03 Gebetshilfen – Gebt dem Kaiser und 13-03 Praktisch umgesetzt – Empoert Euch! Engagiert Euch!, die in den „Impulsen für die Gruppe“ abgelegt sind. Und in einem dritten Artikel 13-03 Gefaehrdung und Notwendigkeit eines Kulturchristentums weist der Kölner Politologe Heinz Theisen darauf hin, dass nur durch „Sich einmischen“ eine kulturschaffende Kraft des Christentums in Europa erhalten beliben kann. Unter Ignatianisch leben – Die Welt nicht so lassen wie sie ist  gibt Frank Beyersdörfer schließlich noch einen Hinweis auf das „Sich einmischen“ als ignatianische Haltung.
Mit „Sich einmischen“ schließen wir die diesjährige Werkheftausgabe zum Thema „Zwischen Himmel und Erde“ ab. Über Rückmeldungen auch über die Kommentar-Funktion des Blogs freut sich mit der gesamten Werkheft-Radaktion (Maria Boxberg, Gerlinde Knoller, Gabriele Ullrich, P. Thomas Gertler SJ) auch
Harald Klein, Köln

„Es ist schön in Christus zu sterben. Amen – Ja, Amen“ – Zum Tod von Manfred Lürken

Am 10. Juli haben wir uns in Köln von Manfred Lürken verabschiedet. Er war am 27. Juni 2013 von uns gegangen, nachdem er in der letzten Phase seines Erdenlebens geduldig die Schwere seiner Krankheit getragen hat. Sein Leiden hat er als Aufgabe verstanden und es stellvertretend für die Kirche und die ihm anvertrauten Menschen ertragen. „Es ist schön in Christus zu sterben“, sagte er, als seine Lebenskraft zu Ende ging. So wie Manfred gelebt hat, ist er wohl auch gestorben, zuversichtlich, voll Vertrauen und in Würde. Auch der Tag des Abschieds von ihm hatte eine große Würde. In der Kölner Kirche St. Agnes, in der Manfred 20 Jahre Pfarrer war, haben wir die Exequien gefeiert. Weihbischof Dominikus Schwaderlapp eröffnete seine Homilie mit den Worten: „Amen – Ja, Amen“ und sagte sinngemäß: „Ich möchte keine Predigt über Manfred Lürken halten – ich möchte ihn selbst predigen lassen durch sein Leben.“ Er nannte drei Säulen in Manfreds Leben – seine Zuversicht, seine Präsenz und seine Großherzigkeit – und entfaltete diese Wesensmerkmale anhand von konkreten Erfahrungen, die viele Menschen in der Begegnung und im Zusammenleben/-arbeiten mit Manfred gemacht haben. Ja, das hat er uns auch in der GCL geschenkt und uns reich gemacht durch sein Glaubenszeugnis, das er uns auf so schlichte, bewegende Weise gegeben hat. Manfred hat uns hier in der Regionalgemeinschaft Aachen und Köln über viele Jahre treu begleitet. Präsenz, Humor, geistliche Tiefe und Weite, Hoffnung und Freude hat er immer ausgestrahlt und damit das Miteinander belebt und genährt. In jeder Eucharistiefeier wiederholte er den Satz: „Keine Widerwärtigkeit raube uns die Freude am inneren Fest.“ So hat er gelebt, aus der Freude am inneren Fest. Und immer, wenn er diesen Satz von Gregor dem Großen ausrief, kam mir das Lied in den Sinn „Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat uns aufgeweckt und Feuer brennt hell.“ Das war wohl ein Teil von Manfreds Berufung, ohne Aufhebens von sich selbst und den eigenen Werken (derer hätte er sich wirklich rühmen können) zu machen, die Menschen anzustecken und aufzuwecken für ein Leben in Liebe zu Christus und zu dem, was uns in jedem Augenblick entgegenkommt.

Auf dem Kölner Melatenfriedhof, dem Ort, wo viele bekannte und geschätzte Persönlichkeiten bestattet sind, haben wir Manfred begraben in der Grabstätte des Erzbischöflichen Priesterseminars Köln (im Priesterseminar hatte er 22 Jahre als Spiritual gewirkt). Zu den bekannten und geschätzten Persönlichkeiten gehört Manfred unbedingt. Selten kann man eine vom Einzug zu den Exequien bis zum Abschied am Grab eine solch durchgängige Stimmigkeit erleben. Trauer empfand ich und gleichzeitig großen Trost und Frieden. Manfred Lürken hat Gebete immer gerne mit dem „Amen – Ja, Amen“ beendet. Das heißt ja: So soll es geschehen. Aktiv sein und zugleich geschehen lassen, diese Haltung war Maria, der Mutter Jesu eigen. Manfred hatte eine lebendige, liebevolle Beziehung zu Maria, die sich eben auch in seinem kraftvollen Amen – Ja, Amen ausdrückte. Manfreds Vermächtnis an uns: Nichts und Niemand nehme uns die Freude am Fest, das Gott mit uns an jedem Tag feiern möchte. Amen – Ja, Amen.