„Es ist schön in Christus zu sterben. Amen – Ja, Amen“ – Zum Tod von Manfred Lürken

Am 10. Juli haben wir uns in Köln von Manfred Lürken verabschiedet. Er war am 27. Juni 2013 von uns gegangen, nachdem er in der letzten Phase seines Erdenlebens geduldig die Schwere seiner Krankheit getragen hat. Sein Leiden hat er als Aufgabe verstanden und es stellvertretend für die Kirche und die ihm anvertrauten Menschen ertragen. „Es ist schön in Christus zu sterben“, sagte er, als seine Lebenskraft zu Ende ging. So wie Manfred gelebt hat, ist er wohl auch gestorben, zuversichtlich, voll Vertrauen und in Würde. Auch der Tag des Abschieds von ihm hatte eine große Würde. In der Kölner Kirche St. Agnes, in der Manfred 20 Jahre Pfarrer war, haben wir die Exequien gefeiert. Weihbischof Dominikus Schwaderlapp eröffnete seine Homilie mit den Worten: „Amen – Ja, Amen“ und sagte sinngemäß: „Ich möchte keine Predigt über Manfred Lürken halten – ich möchte ihn selbst predigen lassen durch sein Leben.“ Er nannte drei Säulen in Manfreds Leben – seine Zuversicht, seine Präsenz und seine Großherzigkeit – und entfaltete diese Wesensmerkmale anhand von konkreten Erfahrungen, die viele Menschen in der Begegnung und im Zusammenleben/-arbeiten mit Manfred gemacht haben. Ja, das hat er uns auch in der GCL geschenkt und uns reich gemacht durch sein Glaubenszeugnis, das er uns auf so schlichte, bewegende Weise gegeben hat. Manfred hat uns hier in der Regionalgemeinschaft Aachen und Köln über viele Jahre treu begleitet. Präsenz, Humor, geistliche Tiefe und Weite, Hoffnung und Freude hat er immer ausgestrahlt und damit das Miteinander belebt und genährt. In jeder Eucharistiefeier wiederholte er den Satz: „Keine Widerwärtigkeit raube uns die Freude am inneren Fest.“ So hat er gelebt, aus der Freude am inneren Fest. Und immer, wenn er diesen Satz von Gregor dem Großen ausrief, kam mir das Lied in den Sinn „Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat uns aufgeweckt und Feuer brennt hell.“ Das war wohl ein Teil von Manfreds Berufung, ohne Aufhebens von sich selbst und den eigenen Werken (derer hätte er sich wirklich rühmen können) zu machen, die Menschen anzustecken und aufzuwecken für ein Leben in Liebe zu Christus und zu dem, was uns in jedem Augenblick entgegenkommt.

Auf dem Kölner Melatenfriedhof, dem Ort, wo viele bekannte und geschätzte Persönlichkeiten bestattet sind, haben wir Manfred begraben in der Grabstätte des Erzbischöflichen Priesterseminars Köln (im Priesterseminar hatte er 22 Jahre als Spiritual gewirkt). Zu den bekannten und geschätzten Persönlichkeiten gehört Manfred unbedingt. Selten kann man eine vom Einzug zu den Exequien bis zum Abschied am Grab eine solch durchgängige Stimmigkeit erleben. Trauer empfand ich und gleichzeitig großen Trost und Frieden. Manfred Lürken hat Gebete immer gerne mit dem „Amen – Ja, Amen“ beendet. Das heißt ja: So soll es geschehen. Aktiv sein und zugleich geschehen lassen, diese Haltung war Maria, der Mutter Jesu eigen. Manfred hatte eine lebendige, liebevolle Beziehung zu Maria, die sich eben auch in seinem kraftvollen Amen – Ja, Amen ausdrückte. Manfreds Vermächtnis an uns: Nichts und Niemand nehme uns die Freude am Fest, das Gott mit uns an jedem Tag feiern möchte. Amen – Ja, Amen.

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