„Ich fange an – Ängste und Vorsorge für das Lebensende“

Am 8. Oktober trafen sich Menschen der GCL-Gemeinschaft der Region Karlsruhe-Ettlingen-Rastatt, um sich mit einem sperrigen Thema zu beschäftigen:

p1040588Seit Jahren nehme ich mir vor eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht auszufüllen. Aber irgendwie liegen die Formulare immer noch unausgefüllt auf meinem Schreibtisch. Es gibt darin so viele Fragen und ich weiß nicht, ob ich darauf schon meine Antworten habe und wie finde ich diese?

Bei Kaffee und Tee kam man locker an und konntep1040585 sich noch kurz erzählen, was sie gerade bewegt. Diese Gespräche waren dann so ausführlich, dass wir etwas verspätet angefangen haben. Wir waren froh zwei Fachleute in unseren Reihen zu haben, eine Ärztin und ein Arzt. So begann unser Samstagnachmittag mit einem Infoblock, bei dem die Fachbegriffe erläutert und manche Beispiele dazu erzählt wurden.

Danach gab es wichtige Impulsfragen:

Was ist mir wichtig?               Im Leben.  –  Im Sterben.

Sterben gehört eindeutig zum Leben und kann nicht vom Leben getrennt betrachtet werden. Also ist vermutlich das, was mir im Leben wichtig ist, auch im Sterben wichtig.

Was entspricht eher meiner Grundpersönlichkeit?

Der Spatz in der Hand? Oder die Taube auf dem Dach?

Will ich meinem Leben mehr Tage geben oder will ich meinen Tagen mehr Leben geben?

Was macht mir Angst?           Warum? Durch ein Erlebnis? Oder ist es eine Vorstellung?
Was davon kann ich eventuell durch Nachfragen, Klärung, Besprechen reduzieren,
z. B. weil es auf Nicht-Wissen beruht?

Welchen Tod wünschen wir uns?  Unerwartet, schnell.Bedeutet das eventuell weniger Leiden?

Oder wäre mir die Chance auf Abschied wichtig. Bedeutet sie mir etwas?
Hat es eine Relevanz für mich, was das für meine Angehörigen bedeuten könnte?

Es gibt Werte zwischen verschiedenen Polen:
möglichst lang leben oder Selbstbestimmung am Lebensende bis zum dem Punkt, es auch selbst beenden zu dürfen.

Helfen mir andere Beispiele?

Menschen, die unter der Vorstellung einer Querschnittslähmung nicht beatmet, nicht operiert werden wollten. Und die sich dann doch anders entschieden haben.

Welche Gefühle habe ich, wenn ich von Menschen höre, die sich bewusst gegen Chemotherapie entscheiden, obwohl es ernstzunehmende Therapieangebote gibt.

Was bedeutet das Bild „…nach dem letzten Strohhalm greifen…“ für mich?

Welchen Sinn versuche ich in Leiden zu sehen? Kann es einen geben?
Ist es dann ein Fehler, Leiden zu lindern?

Die Impulsfragen halfen in einer persönlichen Gebetszeit die persönichen Ängste und p1040586Werte zu erspüren. In einer Anhörrunde teilten wir die Früchte dieser stillen Zeit und erfuhren so nochmal neue Impulse, da doch jede/r seine eigene Sicht auf die gleichen Themen hat. Mit dem Lied „Jesus lebt, mit ihm auch ich!“ beendeten wir den thematischen Teil und der Mittag klang bei einem gemeinsamen Vesper aus, hatten doch alle etwas mitgebracht, was zu einem abwechslungsreichen Büffet wurde.

Ich wurde vielfältig beschenkt. Zum einen fand ich zu diesem komplexen Thema einen neuen Zugang, ich muss mir meiner Werte klar werden und diese schriftlich festhalten. Dann haben es meine Lieben später leichter in meinem Sinn für mich zu entscheiden. Zum anderen erlebte ich wieder mal die Kraft des Teilens in einer Gruppe von Gleichgesinnten bzw. Gleichgläubigen. Es macht Mut zu sehen, dass man / frau mit manchen Fragen nicht alleine ist und Andere mir vielleicht schon voraus eine gute Antwort gefunden haben.

Danke an alle für die Offenheit und das Teilen.

Für alle die Ähnliches vorhaben, hier unser Einladungsflyer:

flyer_patient_verfueg

 

 

 

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