Hoffnungsbrief der GCL Syrien

„Dies ist die wichtigste frohe Botschaft, die wir euch überbringen wollen: Der liebende Gott lässt sich unabhängig von der noch so dunkeln Realität finden, wenn wir an seine Gegenwart in den dunkelsten Momenten glauben. In unseren Herzen, in unseren Gedanken und in unseren Beziehungen können wir ihn erfahren. Sammeln wir uns in seiner Gegenwart und bitten ihn, dass wir Reichtum nicht mehr begehren als Armut, Gesundheit nicht mehr als Krankheit, und dass wir bekennen, dass alles von seiner größeren Ehre und der Offenheit unserer Seelen abhängt.“

Mit diesen Worten endet ein „Hoffnungsbrief“, den der Vorsitzende der syrischen GCL an das Euro-Team geschrieben hat.

Eindrücke vom Leben, Leiden aber auch von Dankbarkeit, Hoffnung und Engagement der syrischen GCL findet man im dem Brief in englischer Sprache, der auf der Seite der europäischen GCL veröffentlicht wurde (http://clc-cvx.eu/)

Advertisements

Fête des voisins: Ein deutsch-französisch-schweizer-belgisches Nachbarschaftstreffen (23.-24.6.2018)

An einem warmen Juniwochenende lud die CVX Alsace, die GCL in der Region Elsaß zu einer „Fête des voisins“, einem „Nachbarschaftsfest“ in das Centre Saint Thomas, ein Bildungshaus der Bistums in Straßburg ein. 60 GCler aus verschiedenen Regionalgemeinschaften Frankreichs, aus Deutschland, Luxemburg, Belgien und der Schweiz leisteten der Einladung gerne Folge.

Das Wochenende stand unter dem Thema „Das Gesicht Christi – in unserem Leben, in unseren Städten, in unserer Gemeinschaft“. Das zentrale Motiv war ein Fenster der Straßburger Kathedrale („Le Christ aux cent visages“ – Christus in 100 Gesichtern),  in dem eine Christusdarstellung von Hans Memling aus dem 15. Jahrhundert aus zahlreichen Gesichtern einzelner Menschen neu gestaltet wurde. So bildete sich der Impuls, das Gesicht Christi in der Stadt und in den Begegnungen zu suchen und zu finden den roten Faden des Wochenendes.

Nach einer kurzen Einstimmung am Samstagmittag machten wir uns in Gruppen mit 7-8 Personen aus unterschiedlichen Ländern auf zu einem spirituellen Spaziergang zu unterschiedlichen Orten Strasbourg: in die Stadt, in die Kathedrale, zum Garten der zwei Ufer, der Strasbourg und Kehl verbindet, in eine große evangelische Kirche oder ins 42977269722_31f4090b5d_zEuropaviertel. Während des Spaziergangs gab es an mehreren Stationen kurze Erklärungen, eine Bibelstelle, eine Zeit der Stille und dann die Gelegenheit zum Austausch. Obwohl wir uns vorher nicht gekannt hatten, ergaben sich sehr persönliche und tiefe Gespräche über die Erfahrungen auf dem Spaziergang, über den eigenen Weg in der GCL, über die Rolle, die die ignatianische Spiritualität für unser Leben als 42125063385_59d5185c5d_zEuropäer spielen kann.

Nach der Rückkehr stellten die einzelnen Gruppen im Plenum ihre Ergebnisse vor – manche mit einer kurzen Spielszene oder Pantomime, andere berichteten einfach nur mit einigen Fotos von ihren Erlebnissen. Fast alle erzählten, wie die langsame, spirituelle Begegnung mit Orten, die man sonst vielleicht eher mit den Erläuterungen einem Reiseführer als mit einer Bibelstelle besichtigen würden, ihnen einen anderen, tieferen Blick ermöglicht hat. „Ich habe noch nie so viel Zeit in der Kathedrale verbracht- Ich habe dort noch nie so viel gesehen“.

Am Abend bot sich dann bei einem „internationalen Picknick“ mit mitgebrachten Spezialitäten aus allen Ländern und einem Bunten Abend die Gelegenheit, sich auch in entspannter Atmosphäre zu begegnen.

GCLer aus Strasburg und Umgebung stellten mit großer Gastfreundschaft ein Nachtquartiere zur Verfügung und so ergaben sich abends und am nächsten Morgen noch viele spannende Gespräche (und kurze Nächte).

Der Sonntag folgten – nach dem Morgengebet – Berichte aus den einzelnen National- und Regionalgemeinschaften. So sprachen französische Regionen und die Diözesangemeinschaft Freiburg von Offenen Treffen, die sie für Interessenten anboten, die Luxemburger stellten Projekte mit Flüchtlingen vor, die GCLer aus der Schweiz und aus Belgien erzählten von den Herausforderungen und Chancen, die die Mehrsprachigkeit in ihrem Land auch für die GCL mit sich bringt.

In einem anschließenden Austausch in der gleichen Kleingruppe wie am Vortag konnten wir auf das ganze Wochenende zurückschauen. Dabei wurde in vielen Gruppen deutlich, dass viele in den Tagen erfahren hatten, dass es kein Treffen von GCLern aus verschiedenen Regional- und Nationalgemeinschaften waren, die sich hier begegneten, sondern Mitglieder, Weggefährten in einer Gemeinschaft, die vielleicht sogar eine gemeinsame Sendung in einem Europa des wachsenden Nationalismus hat. Als Ergebnis der Auswertung in der Gruppe konnte man den Delegierten für das Welttreffen auf einer Postkarte eine Nachricht mitgeben, die man ins das Welttreffen einbringen wollte – sei es ein Segenswunsch, eine Ermutigung oder auch ein Aspekt, der der jeweiligen Gruppe auch für die ganze Weltgemeinschaft bedeutungsvoll erschien.

Nach dem Mittagessen und einer entspannten Mittagspause, die viele Park des Centre Saint Thomas verbracht, bildete eine lange, ruhige Eucharistiefeier mit vielen meditativen Elementen wie einer Bildbetrachtung und der Aussendung der anwesenden Delegierten für das Welttreffen in Buenos  den Abschluss des Nachbarschaftsfests.28158380737_647a24cd48_z

 

„Ce n’est qu’un revoir“ – „wir sagen uns bloß auf Wiedersehen“ – so stand es zum Abschluss im Programmheft für das Wochenende! Aus bisher kaum bekannten GClern aus den Nachbarländern sind auf diesem Wochenende Freunde, Weggefährten geworden, die sich sicher gerne wiedersehen werden. Ob in Deutschland, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz oder Belgien – es wird sicher bald wieder ein solches „Nachbarschaftsfest“ geben! Es lohnt sich!

Über die Sorge für das gemeinsame Haus: Das GCL Meeresschutz Plastik Projekt

Im Juni haben Vertreter der CLC-NGO-Working-Group an der „Ocean Conference“ UNO teilgenommen (https://oceanconference.un.org/). Dort ging es vor allem um das vierzehnte Ziel der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.

Die GCL-Vertreter haben nun ein CLC Ocean Care Plastics Project (GCL Meeresschutz Plastik Projekt) ins Leben gerufen, das bei der UNO unter der Bezeichnung: #OceanAction21726 registriert ist. Damit unterstützt die GCL die Anliegen, die Papst Franziskus in der Enzyklika „Laudato si“ darlegt, wenn er dort fragt: „Wer hat die wunderbare Meereswelt in leb- und farblose Unterwasser-Friedhöfe verwandelt?“ (LS 41)

Die Elemente dieses Projekts sind:

-> Aufmerksamkeit erregen: Wachsamkeit und Austausch zum eigenen Umgang mit Plastik, Einwegverpackungen und Plastikmüll

-> Plastikmüll vermeiden: Veränderung es eigenen Lebensstils, Reduktion von Plastik und Einsatz für die Reduktion von Plastikmüll auf lokaler Ebene

-> Geschichten und Informationen teilen: Vernetzung und Kommunikation innerhalb der GCl, z.B. über Progressio ,die Facebookgruppe CVX-CLC Ecology www.facebook.com/groups/cvxclcecology/ oder auch hier im Blog.

Ocean Action

Interessiert?

Die J-GCL beschäftigt sich in ihrer Initiative Kri-Ko-Ko (Kritischer Konsum Konkret) mit dem Plastikfasten. Eine Fülle von Tipps für die Fastenzeit 2018 kann man hier downloaden: http://j-gcl.org/krikoko/

Näheres über die der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ findet man hier: https://oceanconference.un.org/commitments/?id=21726

Ein amüsantes Beispiel für die Haltbarkeit von Plastik in den Weltmeeren sind die 29000 Quietscheentchen, die 1992 von einem Schiff verloren wurden und seitdem über die Weltmeere treiben. Näheres findet man hier. http://www.sueddeutsche.de/wissen/meeresforschung-quietscheentchen-auf-hoher-see-1.912309 und hier: https://www.youtube.com/watch?v=izg_alMvz6w&t=37s bzw. https://www.youtube.com/watch?v=fjxLIMF2Fq0

„Neues aus Ragusa“ Das GCL-Flüchtlingsprojekt „An die Grenzen gehen“ in Sizilien geht in eine neue Runde!

Symbolbild Ragusa

Auch 2016 gibt es wieder das Angebot für junge und junggebliebene Interessenten, drei Wochen lang in einer Gruppe von Freiwilligen in Ragusa zu leben und in Zentren der Stiftung San Giovanni Battista mitzuarbeiten.

Die Teilnahme ist an folgenden Terminen möglich:

  • 25.6.-17.7.2016
  • 16.7.-7.8.2016
  • 6.8.-28.8.2016
  • 27.8.-18.9.2016
  • 17.9.-9.10.2016

 

Die Kosten für den Aufenthalt betragen 275 für Unterkunft und Verpflegung (ohne Anreise).

Die Anmeldung erfolgt dieses Jahr erstmalig über die Website der europäischen GCL www.clc-cvx.eu. Die Interessenten werden dann von den Verantwortlichen zu einem Skype-Interview eingeladen.

Nähere Informationen:

„Venez tous au puits de la rencontre“ (Kommt alle zum Brunnen der Begegnung)


 Logo - Congrès

2800 GCLer mit bunten Strohhüten, darunter Austausch - Kleingruppe
200 Kinder und Jugendliche
600 junge Erwachsene
130 Gäste aus der ganzen Welt
Mauricio Lopez, der Weltpräsident
Luke Rodriguez, SJ der kirchliche Assistent der Welt-GCL

 Gebetszeiten
Vorträge
ca 300 Kleingruppen mit je 10 Personen
ca 250 unterschiedliche Orte der Begegnung
ein Gottesdienst mit dem Bischof von Cergy Pontoise Congrès
ein Programm für Kinder, ein Camp des MEJ (Mouvement Eucharistique des Jeunes) für Jugendliche
ein bunter Abend mit einer modernen Fassung der Begegnung Jesu mit der Samaritanerin am Brunnen
Diskussionsrunden und Grußworte

900 Autos mit Mitfahrgelegenheiten
eine CD mit eigens komponierten Liedern…
Kreuz - Congrèsein eigens für das Treffen von einer Künstlerin aus der französischen GCL gemachtes Kreuz
eine Band und ein Chor mit ca 60 Sängern
eine Theatergruppe aus jungen Erwachsenen
600 Din 3A Blätter, auf denen sich die einzelnen Gruppen vorstellten
mehrere Hundert private Gastgeber aller Religionen und Kulturen

Sechs GCLer aus Deutschland haben an dem Kongress teilgenommen.
Einen ausführlichen Bericht findet man hier: Französischer Nationalkongress 2015

Erfahrungsbericht von der Mitarbeit im Flüchtlingsprojekt in Ragusa

Karin Reinmüller aus der Schweiz hat im Sommer 2015 beim Flüchtlingsprojekt in Ragusa mitgearbeitet. Sie stellt uns gerne den Erfahrungsbericht zur Verfügung, den sie für Infobrief der Schweizer GCL geschrieben hat.

Afrika in Sizilien

Am Ende haben wir gemeinsam Gottesdienst gefeiert – Muslime zusammen mit Christen, die zum Teil vor muslimischer Verfolgung geflohen waren, Flüchtlinge, Angestellte und Freiwillige im Hof des Flüchtlingszentrums. Haben zusammen gebetet, gesungen und gefeiert – so etwas werde ich vielleicht nie wieder erleben.

Knapp drei Wochen vorher waren wir angekommen, in Ragusa im Süden Siziliens – zehn junge Leute aus Spanien, Portugal, Italien und ich als „guide“, die für den spirituellen Teil zuständig war. Die GCL hat dort seit Anfang Juli ein Flüchtlingsprojekt mit Freiwilligen. Wir konnten im Haus der Jesuiten dort wohnen und bei einer lokalen Organisation mitarbeiten. In den ersten Tagen wurden wir vertraut gemacht mit den Flüchtlingszentren, zwei für Männer, ein kleineres für Frauen und Kinder, und mit der Situation der Menschen dort. Fast alle aus Afrika – Nigeria, Gambia, Senegal… die meisten im Asylverfahren, einige haben schon eine Aufenthaltserlaubnis. Ab dem Nachmittag des zweiten Tags dann als feste kleine Gruppe in einem der Zentren.

Wir sind sehr frei darin, was wir mit den Flüchtlingen machen möchten. Ich bin nach einigen Tagen vorwiegend Lehrerin, nachdem ich gemerkt habe, dass viele Schwierigkeiten mit Lesen, Schreiben, Rechnen haben. Die Flüchtlinge nennen mich „Mama“, ein Ehrentitel, weil ich älter bin als sie. Die drei SpanierInnen in meiner Gruppe machen Kreatives, bauen mit den wenigen Mitteln zusammen mit den Flüchtlingen Nützliches. Wir machen gemeinsam Musik und nach und nach lernen wir uns kennen. Manche erzählen uns ihre Geschichte: Von einem, der in seinem Dorf zum Wasserholen ging, als er zurück kam fand er seine ganze Familie ermordet. Von einem mit einer Knieverletzung, weil er entführt worden und aus dem fahrenden Auto gesprungen ist – er fand das nicht weiter bedeutsam. Von Libyen, immer wieder, wo schwarze Menschen verprügelt werden, im Gefängnis in der Hitze ohne Wasser festgehalten, manchmal umgebracht werden. Und vom Boot, auf dem alle beten, Christen und Muslime, einer erzählt uns dass sie noch auf dem Wasser beschossen wurden.

Wir lernen, die Realität zu sehen: Der Junge, der gern etwas grossspurig auftritt und erklärt, er sei Offizier, sagt vermutlich die Wahrheit, vielleicht hat er Menschen getötet. Ein 16-Jähriger sollte eigentlich in einem Programm für unbegleitete Minderjährige sein, aber er hat sich bei der Ankunft im Hafen für 18 ausgegeben und jetzt macht die Bürokratie eine Änderung schwierig. Einige sind offensichtlich traumatisiert, alle leiden unter den engen Lebensumständen ohne Privatsphäre, unter der Ungewissheit des Wartens auf ihren Asylentscheid, unter dem Nichts tun können. Da führen Kleinigkeiten zu lautstarken, manchmal aggressiven Diskussionen.

Abends kommen wir alle zurück aus den Zentren. Die SpanierInnen kochen singend, die Portugiesinnen machen ein Gericht mit getrocknetem Fisch, ich versuche mich an Rösti. Wir lachen viel beim Essen. Und dann Austauschrunde, wo wir miteinander das Schöne und das Schwierige vom Tag teilen. Eine Italienerin sagt „I don’t want to spare myself“ – Ich will mich nicht schonen, nicht zurückhalten in diesen Wochen. Ein Katalane bringt uns ein Gebet seines Landsmanns Luis Espinal (eines Jesuiten, der in Bolivien ermordet wurde): „Wir haben nur Sinn wenn wir brennen – befreie uns von der feigen Vorsicht, die uns Opfer vermeiden und Sicherheit suchen lässt“. Die Gruppe wächst eng zusammen, auch durch Konflikte und dadurch, dass wir wohl alle an unsere Grenzen kommen – und dann einen Schritt weiter gehen.

Am Ende fällt der Abschied schwer. Flüchtlinge sind unsere Freunde geworden, wir verspechen einander, füreinander zu beten. Am Wochenende ist Übergangszeit der Gruppen – die ersten von unserer Runde fahren, die ersten der neuen Gruppe kommen an. Wir fahren zusammen nochmal an den Strand – körperlich müde, spirituell wach, und glücklich.

Das Projekt „At the frontiers with asylum seekers“ in Ragusa läuft bis mindestens Anfang Januar 2016. Es können sich noch Freiwillige für eine der dreiwöchigen Runden melden, Infos gibt es unter http://www.clc-europe.org/d_projects/ragusa.html#turns . Die Freiwilligen sind in der Mehrzahl junge Erwachsene, aber auch Ältere sind immer wieder dabei. Es ist auch möglich, sich als „guide“ zu melden und die Leitung von Morgenimpuls und Abendaustausch zu übernehmen. Und Spenden sind natürlich ebenfalls gern gesehen – der Beitrag, den die Freiwilligen leisten, ist nicht ganz kostendeckend. Angaben zur Bankverbindung finden sich auf der oben genannten Webseite.

Ragusa