Wahlen in Frankreich

Die französische GCL (CVX) hat mit zahlreichen anderen katholischen Gruppierungen und Bewegungen eine Erklärung zur Stichwahl der französischen Präsidentenwahl unterzeichnet.

Die vollständigen Text der Erklärung findet man – in französischer Sprache – hier: “ Ne cédons pas à la tentation du repli sur soi“

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„Neues aus Ragusa“ Das GCL-Flüchtlingsprojekt „An die Grenzen gehen“ in Sizilien geht in eine neue Runde!

Symbolbild Ragusa

Auch 2016 gibt es wieder das Angebot für junge und junggebliebene Interessenten, drei Wochen lang in einer Gruppe von Freiwilligen in Ragusa zu leben und in Zentren der Stiftung San Giovanni Battista mitzuarbeiten.

Die Teilnahme ist an folgenden Terminen möglich:

  • 25.6.-17.7.2016
  • 16.7.-7.8.2016
  • 6.8.-28.8.2016
  • 27.8.-18.9.2016
  • 17.9.-9.10.2016

 

Die Kosten für den Aufenthalt betragen 275 für Unterkunft und Verpflegung (ohne Anreise).

Die Anmeldung erfolgt dieses Jahr erstmalig über die Website der europäischen GCL www.clc-cvx.eu. Die Interessenten werden dann von den Verantwortlichen zu einem Skype-Interview eingeladen.

Nähere Informationen:

„Venez tous au puits de la rencontre“ (Kommt alle zum Brunnen der Begegnung)


 Logo - Congrès

2800 GCLer mit bunten Strohhüten, darunter Austausch - Kleingruppe
200 Kinder und Jugendliche
600 junge Erwachsene
130 Gäste aus der ganzen Welt
Mauricio Lopez, der Weltpräsident
Luke Rodriguez, SJ der kirchliche Assistent der Welt-GCL

 Gebetszeiten
Vorträge
ca 300 Kleingruppen mit je 10 Personen
ca 250 unterschiedliche Orte der Begegnung
ein Gottesdienst mit dem Bischof von Cergy Pontoise Congrès
ein Programm für Kinder, ein Camp des MEJ (Mouvement Eucharistique des Jeunes) für Jugendliche
ein bunter Abend mit einer modernen Fassung der Begegnung Jesu mit der Samaritanerin am Brunnen
Diskussionsrunden und Grußworte

900 Autos mit Mitfahrgelegenheiten
eine CD mit eigens komponierten Liedern…
Kreuz - Congrèsein eigens für das Treffen von einer Künstlerin aus der französischen GCL gemachtes Kreuz
eine Band und ein Chor mit ca 60 Sängern
eine Theatergruppe aus jungen Erwachsenen
600 Din 3A Blätter, auf denen sich die einzelnen Gruppen vorstellten
mehrere Hundert private Gastgeber aller Religionen und Kulturen

Sechs GCLer aus Deutschland haben an dem Kongress teilgenommen.
Einen ausführlichen Bericht findet man hier: Französischer Nationalkongress 2015

Erfahrungsbericht von der Mitarbeit im Flüchtlingsprojekt in Ragusa

Karin Reinmüller aus der Schweiz hat im Sommer 2015 beim Flüchtlingsprojekt in Ragusa mitgearbeitet. Sie stellt uns gerne den Erfahrungsbericht zur Verfügung, den sie für Infobrief der Schweizer GCL geschrieben hat.

Afrika in Sizilien

Am Ende haben wir gemeinsam Gottesdienst gefeiert – Muslime zusammen mit Christen, die zum Teil vor muslimischer Verfolgung geflohen waren, Flüchtlinge, Angestellte und Freiwillige im Hof des Flüchtlingszentrums. Haben zusammen gebetet, gesungen und gefeiert – so etwas werde ich vielleicht nie wieder erleben.

Knapp drei Wochen vorher waren wir angekommen, in Ragusa im Süden Siziliens – zehn junge Leute aus Spanien, Portugal, Italien und ich als „guide“, die für den spirituellen Teil zuständig war. Die GCL hat dort seit Anfang Juli ein Flüchtlingsprojekt mit Freiwilligen. Wir konnten im Haus der Jesuiten dort wohnen und bei einer lokalen Organisation mitarbeiten. In den ersten Tagen wurden wir vertraut gemacht mit den Flüchtlingszentren, zwei für Männer, ein kleineres für Frauen und Kinder, und mit der Situation der Menschen dort. Fast alle aus Afrika – Nigeria, Gambia, Senegal… die meisten im Asylverfahren, einige haben schon eine Aufenthaltserlaubnis. Ab dem Nachmittag des zweiten Tags dann als feste kleine Gruppe in einem der Zentren.

Wir sind sehr frei darin, was wir mit den Flüchtlingen machen möchten. Ich bin nach einigen Tagen vorwiegend Lehrerin, nachdem ich gemerkt habe, dass viele Schwierigkeiten mit Lesen, Schreiben, Rechnen haben. Die Flüchtlinge nennen mich „Mama“, ein Ehrentitel, weil ich älter bin als sie. Die drei SpanierInnen in meiner Gruppe machen Kreatives, bauen mit den wenigen Mitteln zusammen mit den Flüchtlingen Nützliches. Wir machen gemeinsam Musik und nach und nach lernen wir uns kennen. Manche erzählen uns ihre Geschichte: Von einem, der in seinem Dorf zum Wasserholen ging, als er zurück kam fand er seine ganze Familie ermordet. Von einem mit einer Knieverletzung, weil er entführt worden und aus dem fahrenden Auto gesprungen ist – er fand das nicht weiter bedeutsam. Von Libyen, immer wieder, wo schwarze Menschen verprügelt werden, im Gefängnis in der Hitze ohne Wasser festgehalten, manchmal umgebracht werden. Und vom Boot, auf dem alle beten, Christen und Muslime, einer erzählt uns dass sie noch auf dem Wasser beschossen wurden.

Wir lernen, die Realität zu sehen: Der Junge, der gern etwas grossspurig auftritt und erklärt, er sei Offizier, sagt vermutlich die Wahrheit, vielleicht hat er Menschen getötet. Ein 16-Jähriger sollte eigentlich in einem Programm für unbegleitete Minderjährige sein, aber er hat sich bei der Ankunft im Hafen für 18 ausgegeben und jetzt macht die Bürokratie eine Änderung schwierig. Einige sind offensichtlich traumatisiert, alle leiden unter den engen Lebensumständen ohne Privatsphäre, unter der Ungewissheit des Wartens auf ihren Asylentscheid, unter dem Nichts tun können. Da führen Kleinigkeiten zu lautstarken, manchmal aggressiven Diskussionen.

Abends kommen wir alle zurück aus den Zentren. Die SpanierInnen kochen singend, die Portugiesinnen machen ein Gericht mit getrocknetem Fisch, ich versuche mich an Rösti. Wir lachen viel beim Essen. Und dann Austauschrunde, wo wir miteinander das Schöne und das Schwierige vom Tag teilen. Eine Italienerin sagt „I don’t want to spare myself“ – Ich will mich nicht schonen, nicht zurückhalten in diesen Wochen. Ein Katalane bringt uns ein Gebet seines Landsmanns Luis Espinal (eines Jesuiten, der in Bolivien ermordet wurde): „Wir haben nur Sinn wenn wir brennen – befreie uns von der feigen Vorsicht, die uns Opfer vermeiden und Sicherheit suchen lässt“. Die Gruppe wächst eng zusammen, auch durch Konflikte und dadurch, dass wir wohl alle an unsere Grenzen kommen – und dann einen Schritt weiter gehen.

Am Ende fällt der Abschied schwer. Flüchtlinge sind unsere Freunde geworden, wir verspechen einander, füreinander zu beten. Am Wochenende ist Übergangszeit der Gruppen – die ersten von unserer Runde fahren, die ersten der neuen Gruppe kommen an. Wir fahren zusammen nochmal an den Strand – körperlich müde, spirituell wach, und glücklich.

Das Projekt „At the frontiers with asylum seekers“ in Ragusa läuft bis mindestens Anfang Januar 2016. Es können sich noch Freiwillige für eine der dreiwöchigen Runden melden, Infos gibt es unter http://www.clc-europe.org/d_projects/ragusa.html#turns . Die Freiwilligen sind in der Mehrzahl junge Erwachsene, aber auch Ältere sind immer wieder dabei. Es ist auch möglich, sich als „guide“ zu melden und die Leitung von Morgenimpuls und Abendaustausch zu übernehmen. Und Spenden sind natürlich ebenfalls gern gesehen – der Beitrag, den die Freiwilligen leisten, ist nicht ganz kostendeckend. Angaben zur Bankverbindung finden sich auf der oben genannten Webseite.

Ragusa

„Schweigen auf Französisch“ – Exerzitien in Frankreich

Biviers 4

Saint Hugues de Biviers – eines der beiden Exerzitienhäuser der französischen GCL liegt in der Nähe von Grenoble in den Alpen in einer traumhaft schönen Landschaft. Dort finden das ganze Jahr über Exerzitienkurse und thematische Angebote statt.

Auch GCLer aus anderen Ländern können an den dortigen Angeboten teilnehmen. Einen Bericht über zehntägige Exerzitien findet man hier: Schweigen auf Französisch20150821_081659Biviers 1Biviers 2

Website von Saint Hugues

„Je suis Charlie“ – Ich bin Charlie

Bild - Wer ist Charlie

Die französische GCL hat auf ihrer Website eine kurze Meditation zu den Ereignissen in Paris veröffentlicht, die wir hier in freier Übersetzung wiedergeben.

Natürlich bin ich Charlie, natürlich ist die GCL Charlie.

Wer ist aber Charlie?
Nehmen wir uns die Zeit, genauer hinzuschauen
…. auf die Ereignisse der letzten Tage. auf das, was in Frankreich geschehen ist aber auch auf das, was mir sonst noch in den Sinn kommt, z.B. auf Menschenrechtsverletzungen, die zum Beispiel von Amnesty international (…) berichtet werden
… auf das, was die Gewalt unter Menschen entstehen und wachsen lässt ….  Fanatismus, Extremismus
… auf diejenigen, die sich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einsetzen und dafür sterben
… auf all die vielen Menschen, die sich derzeit in den vielen Städten in allen Ländern zu Demonstrationen und Kundgebungen versammeln…
… auf die Politiker, die Verantwortlichen der Religionen, die Bürgerinnen und Bürger, die nun aktiv werden
…. auf unsere (französische) Nation, die Republik, auf Europa, die ganze Welt
… auf die Freiheit, die uns geschenkt wurde und die wir jeden Tag neu gestalten.

Nehmen wir uns die Zeit, genauer hinzuspüren auf …
… diesen Charlie – wer ist das genau? Was sucht er? Was will er? Warum bewegt er mich? Warum möchte ich auch auf die Straße gehen und dort mitdemonstrieren?
… mein verwundetes Herz, das Leid, das mir den Hals zuschnürt…
… vielleicht die Angst, die mich überschwemmt…
… das Opfer, hier in meiner Nähe …
… die Gewalt, die Wut und das Mitleid, die mich umtreiben
… dieses Bedürfnis nach Gemeinschaft, das alle Menschen in unserem Land und in allen Ländern verbindet…

Wer ist der Gegner?
… Weniger der fanatische Mensch als der Fanatismus selbst, weniger der Mensch als die Gewalt, die er vollbringen kann, weniger …
… das Übel, das die ganze Welt beherrscht und seine geheime Freude über den Tod des Menschen und über seinen Untergang …

Was soll ich nun tun?
… in meine Kammer gehen und beten und dann wieder ins Leben hinabsteigen, um zu handeln…

Jean Fumex, Vorsitzender der GCL Frankreich

(Quelle des Originals: http://www.cvxfrance.com/)