Vernetzungstreffen „Flüchtlinge vor unserer Tür“ in Hofheim

Vom 2. bis 4. Oktober trafen sich im Exerzitienhaus der Franziskaner in Hofheim zehn GCLer aus ganz Deutschland. Alle arbeiten in der Flüchtlingsarbeit, eine hauptberuflich die Anderen ehrenamtlich. Am Freitagabend tauschten wir, nach einem ersten Kennenlernen, uns zu folgenden Fragen:
„Welche Erfahrungen, Infos, Themen in der Flüchtlingsarbeit bringe ich mit?“
„Welche Infos, Hilfestellung für ein Engagement brauche ich?“
„Gibt es konkrete Erwartungen an das Wochenende?“
„Welche Gefühle habe ich zu diesen Themen?“
An einer Pinwand clusterten wir dann die beschriebenen Karten zu Schwerpunktthemen, dies war für uns die Festlegung für den nächsten Tag. Schnell war uns klar, dass das Wochenende nicht primär der Wissensvermittlung dienen soll, sondern dass wir in persönlicher Gebets- und gemeinsamer Gruppenzeit uns unserer Gefühle und Grenzen bewusst werden. Impulse dafür waren auch die vielen Schriftstellen zum Thema Flucht, die an einer Wäscheleine in unserem Gruppenraum aufgehängt waren. Bei den vielen / endlosen Aufgaben in der Flüchtlingsarbeit ist es wichtig, sich seiner Berufung und Grenzen bewusst zu werden. Wir versuchten uns ignatinisch betend einer Entscheidung zu nähern „was soll ich wählen, was lassen, gemäß meiner persönlichen Berufung“. Wir erinnerten uns nochmal unserer Methode der „Unterscheidung der Geister“ und jede/r schaute in der persönlichen Zeit, ob eine Entscheidung ansteht. Es gibt vier einfache Hilfsmittel dafür: „Gesunder Menschenverstand“ / „die Heilige Schrift und die kirchliche Lehre“ / „geistliche Erfahrung“ / „welche Früchte erwachsen aus der Entscheidung“. Am Samstagabend gab es die Gelegenheit eine Dokumentation zum Kirchenasyl anzuschauen.
Es wurden auch politische Gedanken laut wie „Welche Position hat die GCL Nationalgemeinschaft““ oder „Mit welchen Verbündeten setzt sich die GCL für Flüchtlingsthemen ein?“ und es wurden aus AG4 die „Option für die Armen“ erwähnt, die Botschaften des Weltdeligiertentreffens im Libanon und die Aufforderungen „an die Grenzen gehen“ von Papst Franziskus und auch vom CVX-Treffen im Juli 2015 in Paris. Aus all dem ergab sich:
Die KSD wird alle Diözesan-/Regionalgemeinschaften bitten ihre Mitglieder von der vorgesehen Vernetzungsinitiative zu informieren.
Es werden alle deutschen GCL-Verantwortlichen und Gremien gebeten sich mit dem Thema „Flüchtlingsarbeit“ zu beschäftigen bzw. dazu zu positionieren und dies den GCL-Mitgliedern mitzuteilen.
Der GCL-Online-Blog soll genutzt werden durch möglichst kontinuierliche Einträge in die Breite zu wirken und das Thema wach zu halten.

Prinzip und Fundament

Prinzip und Fundament

Im Abschluss suchte jeder auf Basiss von „Prinzip und Fundament“ seinen Standpunkt und Verlangen zu erspüren zwischen Gesundheit und Krankheit / Reichtum und Armut / Erfolg und Versagen / langem und kurzem Leben.
Mir persönlich half das Wochenende sehr für mich Klarheit und Entschiedenheit zu bekommen. Ich fuhr gestärkt heim, mit dem Bewußtsein, „wo viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten ….“.

Die Teilnehmer wünschen sich, dass es weitergeht und eine Vernetzungsinitiative „Flüchtlingsarbeit“ gegründet wird und weitere Treffen folgen. Die KSD (Kommission Sendung und Dienst) der GCL steht dafür als Anlaufstelle zur Verfügung. Interessente für diese Vernetzung melden sich bitte bei:
Dr. Herrmann Röttger, roettger.hermann@r-kom.net

Erstes Vernetzungstreffen Flüchtlingsarbeit

Erstes Vernetzungstreffen Flüchtlingsarbeit

Noch ein Hinweis auf eine KSD Studientagung:

„Immer mehr Flüchtlinge – abschotten oder was sonst?“

Referent: P. Frido Pflüger SJ, Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS)
12. – 14. Februar 2016 Bad Salzschlirf
Anmeldeschluss: 15. Dezember 2015
Regionalstelle Nord: region.nord@gcl.de

Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen ist eine politische und gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Sie ist aber auch gleichzeitig eine Anfrage an jeden einzelnen von uns. Das Seminar wird sich einerseits mit Ausmaß und Hintergründen der weltweiten Fluchtbewegungen beschäftigen, andrerseits aber auch der Frage nachgehen, welche Konsequenzen sich aus der ignatianischen Spiritualität für das persönliche Handeln ableiten lassen.
Als Leiter des JRS in Berlin und aus seiner Arbeit in Flüchtlingslagern Afrikas kennt P. Pflüger SJ sowohl die weltweiten Probleme als auch die bedrängenden Fragen vor Ort.

grenznah ignatianisch leben

RagusaDie GCL Italien hat ein einzigartiges Projekt organisiert.  Seit Juli 2015 leben immer mindestens drei Wochen jeweils sechs Freiwillige im Haus der Jesuiten in Ragusa. Man/Frau lebt und betet mit den Jesuiten und arbeitet tagsüber im Flüchtlingslager dieser sizilianischen Stadt am Mittelmeer.

Organisiert und geleitet wird das Projekt von GCLern aus Italien und Spanien, Freiwillige kommen aus vielen Ländern der Welt. In den ersten Monaten wollten viermal mehr Freiwillige das Projekt besuchen als Plätze vorhanden waren, jede/r zahlt pro Tag Eur 10 für Essen und Unterkunft. Eingeladen sind alle Menschen mit ignatianischer Lebensweise und sie werden ermutigt einmal vertrautes Terrain zu verlassen und an die Europagrenze zu gehen. Eine Grenze, die für viele Menschen auf der anderen Seite zum Tod führt und die von uns mit so vielen Mitteln verteidigt wird. Mich erinnert dieses Projekt an das Leben von Mose. Der war auch Flüchtling, wurde in der Fremde aufgenommen und arbeitete als Viehhirte. Eines Tages geht er über die Steppe hinaus, übertritt also eine Grenze, die ein professioneller Hirte nicht überschreiten sollte, aber genau da begegnet er Gott – im brennenden Dornbusch. Dies wünsche ich mir, meine Professionalität ablegen können und Grenzen zu überschreiten, in der Hoffnung dann IHM begegnen zu dürfen.

Ingrid und ich werden im November auch dort sein. Seit zwei Jahren engagieren wir uns für Flüchtlinge in unserer Stadt Ettlingen. Als wir von diesem Projekt hörten, waren wir sofort begeistert. Die ignatianische Lebensweise zu vertiefen und sich den Flüchtlingsschicksalen zu stellen, fernab der Heimat, wie es uns schon viele vorgelebt haben, darauf freuen wir uns. Da mein Urlaub dafür nicht mehr ausgereicht hätte, habe ich einen Sabbat-Monat genommen.

Das Projekt ist bisher geplant bis Januar 2016, aber ich hoffe doch, dass dieses Mutmach-Projekt verlängert wird. Abhängen wird dies sicher auch davon, wie gut die Finanzierung gesichert ist. Immerhin wurden für die ersten sechs Monate ca. Eur 25.000 veranschlagt.

Wer Geschmack gefunden hat und gerne selber an diesem Projekt teilnehmen möchte, kann weitere Infos finden unter:   flyer_deutsch_Ragusa

Wir bitten um Euer Gebet für unseren Einsatz und

alle Menschen in Ragusa und in der Flüchtlingsarbeit weltweit

Ettlingen, Ingrid und Patrick Jutz

Flüchtlinge ganz nah: Was kann ich tun?

Das Thema „Flüchtlinge“ begegnet uns derzeit täglich und immer mehr Menschen stellen sich die Frage „Was kann ich tun?“. Im November 2014 trafen sich in Luxemburg GCLerInnen aus verschiedenen Ländern, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, drei Deutsche waren auch dabei. In Frankreich, Italien, Spanien und Belgien ist in den nationalen GCL-Gemeinschaften das Thema schon seit langem präsent. Wieder in Deutschland wollten wir wissen, welche deutschen GCLer engagieren sich wo in der Flüchtlingsarbeit und wollen sich in einer Vernetzung „Flüchtlingsarbeit“ gegenseitig bestärken und stützen? Es gibt den Wunsch sich in ignatianischer Weise den Entscheidungen zu stellen. Dem wahrnehmen der eigenen Grenzen und dem Suchen nach der Entscheidung. Dem Suchen nach „meinem Weg, meiner Berufung konkret“, soll dieses Wochenende dienen:

2. – 4. Oktober 2015 in Hofheim

der Anmeldeschluss wurde verlänger auf 25.09.2015

Details s. Flyer im Anhang:  Flyer_FluechtlingVernetzung02_041015

Bei Fragen einfach kurze email oder anrufen:

Herrmann Röttger(KSD): Tel. 09404 / 3992           email: roettger.hermann@r-kom.net

Ingrid Jutz:   Tel. 07243 / 938373                              email: ingrid@jutz-4-you.de

 

Offene Gruppe, geht das?

Ja, es geht. Seit mehr als zwei Jahren gibt es in Ettlingen eine offene Gruppe(oGr). Monatlich teilen die Mitglieder dieser oGr ihren Glauben und was sie im Alltag erleben. Diese Gruppe hat regen Zuspruch. In wechselnder Besetzung waren bis zu sieben Menschen gleichzeitig am Gruppenleben beteiligt.

Angefangen hat alles damit, dass immer wieder Menschen von Kurzexerzitien oder anderen ignatianischen Angeboten kamen und eine Gruppe suchten. Leider konnte die diözesane GCL-Gemeinschaft oft nichts anbieten. Die bestehenden GCL-Gruppen können verständlicherweise meistens gerade niemanden neu aufnehmen. Dazu eignet sich sowohl der Gruppenprozess nicht, und es ist mit jedem Neuzugang auch immer auch ein Neuanfang verbunden. Dies kann und will eine, manchmal jahrelang bestehende, Gruppe und ihre Mitglieder oft nicht. Es gab zwar manche Termine in der KHG, die von GCL-Mitgliedern vorbereitet wurden, aber die Abende mit GCL-Elementen für „Einzelne“ und „Neue“ wurden nicht ausreichend angenommen. So wurde von den Vorbereitern viel Zeit aufgewendet, aber es waren letztendlich zu wenige Interessierte.

Anfang 2013 entstand dann die Idee, warum nicht einmal versuchen eine offene Gruppe anzubieten. Dieses neue Angebot wurde auch im Ettlinger Amtsblatt bekannt gemacht. Ein Vorteil ist sicher auch das private Ambiente in einer Wohnung gegenüber eines kahlen Raumes in der KHG. Es kann durchaus passieren, dass aus Mitgliedern der oGr eine neue Gruppe entsteht, mit mehr Verbindlichkeit und Gruppenauswertungen. Dies passierte  so in Ettlingen, als Anfang 2015 mehrere Mitglieder der oGr mit anderen Interessierten eine neue Gruppe starteten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich dieses neue Gruppenmodell für einige Suchende schon sehr bewährt und gelohnt hat. Es sieht derzeit nicht danach aus, dass wir mit der oGr aufhören, da es den Teilnehmern und Begleitern viel Spaß macht und bereichert.

Könnten wir als diözesane GCL-Gemeinschaft Ähnliches nicht auch in Freiburg, im Odenwald und am Bodensee oder anderswo a anbieten? Oder vielleicht auch ausserhalb der Diözese Freiburg?

Dann könnten wir diözesanweit interessierten Menschen sagen, wo
sie ignatianische Lebenweise im Alltag erfahren können.

Nächste oGr in Ettlingen:    30. September um 19.30 Uhr

Interessierte sind herzlich eingeladen!

Infos unter: 07243 / 938373
oder etoges@jutz-4-you.de
Sollte Ettlingen zu weit sein, aber Interesse an einem solchen Angebot
bestehen, einfach bei der GCL Diözesanstelle anfragen.
Ingrid und Patrick Jutz, Ettlingen