Der neue Vorstand der GCL Deutschland

Beim Delegiertentreffen der GCLDeutschland in Werdenfels wurde der neue Vorstand gewählt:

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  • Vorsitzende: Maria Boxberg
  • Stellvertreter:Bernhard Zaunseder
  • Weitere Mitglieder: Christine Neumann, Frank Beyersdörfer, Gerlinde Knoller

Kraft Amtes gehören weiterhin zum Vorstand: Thomas Gertler SJ (Kirchlicher Assistent) und Daniela Frank (Nationalreferentin).

Herzlichen Glückwunsch den Gewählten und alles Gute für den gemeinsamen Weg! Gottes reichen Segen für Euer Wirken!

Vernetzungstreffen „Flüchtlinge vor unserer Tür“ in Hofheim

Vom 2. bis 4. Oktober trafen sich im Exerzitienhaus der Franziskaner in Hofheim zehn GCLer aus ganz Deutschland. Alle arbeiten in der Flüchtlingsarbeit, eine hauptberuflich die Anderen ehrenamtlich. Am Freitagabend tauschten wir, nach einem ersten Kennenlernen, uns zu folgenden Fragen:
„Welche Erfahrungen, Infos, Themen in der Flüchtlingsarbeit bringe ich mit?“
„Welche Infos, Hilfestellung für ein Engagement brauche ich?“
„Gibt es konkrete Erwartungen an das Wochenende?“
„Welche Gefühle habe ich zu diesen Themen?“
An einer Pinwand clusterten wir dann die beschriebenen Karten zu Schwerpunktthemen, dies war für uns die Festlegung für den nächsten Tag. Schnell war uns klar, dass das Wochenende nicht primär der Wissensvermittlung dienen soll, sondern dass wir in persönlicher Gebets- und gemeinsamer Gruppenzeit uns unserer Gefühle und Grenzen bewusst werden. Impulse dafür waren auch die vielen Schriftstellen zum Thema Flucht, die an einer Wäscheleine in unserem Gruppenraum aufgehängt waren. Bei den vielen / endlosen Aufgaben in der Flüchtlingsarbeit ist es wichtig, sich seiner Berufung und Grenzen bewusst zu werden. Wir versuchten uns ignatinisch betend einer Entscheidung zu nähern „was soll ich wählen, was lassen, gemäß meiner persönlichen Berufung“. Wir erinnerten uns nochmal unserer Methode der „Unterscheidung der Geister“ und jede/r schaute in der persönlichen Zeit, ob eine Entscheidung ansteht. Es gibt vier einfache Hilfsmittel dafür: „Gesunder Menschenverstand“ / „die Heilige Schrift und die kirchliche Lehre“ / „geistliche Erfahrung“ / „welche Früchte erwachsen aus der Entscheidung“. Am Samstagabend gab es die Gelegenheit eine Dokumentation zum Kirchenasyl anzuschauen.
Es wurden auch politische Gedanken laut wie „Welche Position hat die GCL Nationalgemeinschaft““ oder „Mit welchen Verbündeten setzt sich die GCL für Flüchtlingsthemen ein?“ und es wurden aus AG4 die „Option für die Armen“ erwähnt, die Botschaften des Weltdeligiertentreffens im Libanon und die Aufforderungen „an die Grenzen gehen“ von Papst Franziskus und auch vom CVX-Treffen im Juli 2015 in Paris. Aus all dem ergab sich:
Die KSD wird alle Diözesan-/Regionalgemeinschaften bitten ihre Mitglieder von der vorgesehen Vernetzungsinitiative zu informieren.
Es werden alle deutschen GCL-Verantwortlichen und Gremien gebeten sich mit dem Thema „Flüchtlingsarbeit“ zu beschäftigen bzw. dazu zu positionieren und dies den GCL-Mitgliedern mitzuteilen.
Der GCL-Online-Blog soll genutzt werden durch möglichst kontinuierliche Einträge in die Breite zu wirken und das Thema wach zu halten.

Prinzip und Fundament

Prinzip und Fundament

Im Abschluss suchte jeder auf Basiss von „Prinzip und Fundament“ seinen Standpunkt und Verlangen zu erspüren zwischen Gesundheit und Krankheit / Reichtum und Armut / Erfolg und Versagen / langem und kurzem Leben.
Mir persönlich half das Wochenende sehr für mich Klarheit und Entschiedenheit zu bekommen. Ich fuhr gestärkt heim, mit dem Bewußtsein, „wo viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten ….“.

Die Teilnehmer wünschen sich, dass es weitergeht und eine Vernetzungsinitiative „Flüchtlingsarbeit“ gegründet wird und weitere Treffen folgen. Die KSD (Kommission Sendung und Dienst) der GCL steht dafür als Anlaufstelle zur Verfügung. Interessente für diese Vernetzung melden sich bitte bei:
Dr. Herrmann Röttger, roettger.hermann@r-kom.net

Erstes Vernetzungstreffen Flüchtlingsarbeit

Erstes Vernetzungstreffen Flüchtlingsarbeit

Noch ein Hinweis auf eine KSD Studientagung:

„Immer mehr Flüchtlinge – abschotten oder was sonst?“

Referent: P. Frido Pflüger SJ, Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS)
12. – 14. Februar 2016 Bad Salzschlirf
Anmeldeschluss: 15. Dezember 2015
Regionalstelle Nord: region.nord@gcl.de

Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen ist eine politische und gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Sie ist aber auch gleichzeitig eine Anfrage an jeden einzelnen von uns. Das Seminar wird sich einerseits mit Ausmaß und Hintergründen der weltweiten Fluchtbewegungen beschäftigen, andrerseits aber auch der Frage nachgehen, welche Konsequenzen sich aus der ignatianischen Spiritualität für das persönliche Handeln ableiten lassen.
Als Leiter des JRS in Berlin und aus seiner Arbeit in Flüchtlingslagern Afrikas kennt P. Pflüger SJ sowohl die weltweiten Probleme als auch die bedrängenden Fragen vor Ort.

Flüchtlinge ganz nah: Was kann ich tun?

Das Thema „Flüchtlinge“ begegnet uns derzeit täglich und immer mehr Menschen stellen sich die Frage „Was kann ich tun?“. Im November 2014 trafen sich in Luxemburg GCLerInnen aus verschiedenen Ländern, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, drei Deutsche waren auch dabei. In Frankreich, Italien, Spanien und Belgien ist in den nationalen GCL-Gemeinschaften das Thema schon seit langem präsent. Wieder in Deutschland wollten wir wissen, welche deutschen GCLer engagieren sich wo in der Flüchtlingsarbeit und wollen sich in einer Vernetzung „Flüchtlingsarbeit“ gegenseitig bestärken und stützen? Es gibt den Wunsch sich in ignatianischer Weise den Entscheidungen zu stellen. Dem wahrnehmen der eigenen Grenzen und dem Suchen nach der Entscheidung. Dem Suchen nach „meinem Weg, meiner Berufung konkret“, soll dieses Wochenende dienen:

2. – 4. Oktober 2015 in Hofheim

der Anmeldeschluss wurde verlänger auf 25.09.2015

Details s. Flyer im Anhang:  Flyer_FluechtlingVernetzung02_041015

Bei Fragen einfach kurze email oder anrufen:

Herrmann Röttger(KSD): Tel. 09404 / 3992           email: roettger.hermann@r-kom.net

Ingrid Jutz:   Tel. 07243 / 938373                              email: ingrid@jutz-4-you.de

 

Versöhnung – Anregungen aus dem Delegiertentreffen „weitergesponnen“…

Die folgenden Assoziationen zum Thema „Versöhnung“ stellt Beate Bleck zur Verfügung:


Seit Wochen bin ich durch eine Fuß-Operation in meinen äußeren Bewegungs-möglichkeiten sehr eingeschränkt und habe dies als Einladung in ein „alltags-exercitium“ erlebt: im (Fast)-Nichts-Tun-Können bin ich aufmerksam geblieben auf die inneren Be- wegungen, die durch die Ereignisse geschahen, die auf mich zukamen und die Verbin- dungen, die sich einstellten zur ignatianischen Exerzitienspiritualität und zu einigen der Anregungen des Delegiertentreffens. Vier „Geschichten“ aus der geschenkten Fülle dieser äußerlich bewegungsarmen Zeit, teile ich gerne mit den Lesenden! (und stelle einige Links zum weiteren Suchen und Finden zur Verfügung!)

morgenrotMein Blick aus dem Krankenzimmer-fenster am frühen Sonntagmorgen trifft auf die hellrosa-zartgelbe Ahnung des Morgenrots unter dem kühlen Winterhimmel, schwingende Rauch-Geister aus Kaminen, fast witzig gestrichelte Dächerkonturen, und – das Bild wird lebendig – ein Vogelpaar umkreist den Kirchturm. Einige Stunden später sagt die Kommunionhelferin, die aus einem Gottesdienst dieser Kirche kommt: „da haben Sie wirklich einen schönen Blick“. Ja, da bin ich wirklich in einen schönen Blick eingetaucht und mir kommen einige Sätze von Thomas Merton in den Sinn, der ein solch ge–stilltes Schauen in die poetische Sprache der Weisheit fasst: „there is in all visible things an invisible fecundity, a dimmed light, a meek namelessness, a hidden wholeness….“ Der gesamte Text ‚hagia sophia‘ ist zu finden unter http://www.goodnews.ie/wisdomlineoct2011.shtml

Marie-Emmanuelle aus Paris schickt eine Einladung zu dem alle vier Jahre stattfindenen Mitgliedertreffen der französischen GCL – sie bitten Menschen aus europäischen wie außereuropäischen Ländern als Gäste dazu. Diese herzlich ausgesprochene Gast- freundschaft der Franzosen bewegt mich, und ich beginne die GCL als ein Salzkörnchen zu sehen, das europäische Verständigungs– und Verbundenheitsprozesse zu würzen vermag. Mir fallen die ersten Worte aus der „Betrachtung zur Menschwerdung“ ein – Exerzitienbuch 102ff. – I try to enter into the vision of god – the mystery of divinity–… looking upon our world, men and women being born and being laid to rest… the happy and the sad… so many undernourished, sick and dying… so many struggling with life…
I can hear what the divine Persons are saying „let us work the redemption of the whole human race – let us respond to the groaming of all creation“….
Ja – ich „trete ein“ in diesen weiten Blick, der allen Menschen gilt – in diese Freude an der Vielfalt, in der sich alles Lebendige ausprägt – in diese Barmherzigkeit angesichts von Not und Schmerz und in den Wunsch, Er-Lösung mit–zu–wirken. Und – ganz konkret, ent- steht in mir Lust auf einen Austausch zu „sentire cum europa/Fühlen mit Europa“.
Es sind bewegende Gesten von weitsichtigen Politikern gewesen, die zu Versöhnung und Völkerverständigung in Europa beigetragen haben – wie die Umarmung von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer in Paris, der Kniefall Willy Brandts in Warschau, Francois Mitterand und Helmut Kohl Hand in Hand in Verdun…kohlmitterand
Jede/r ist eingeladen, die großen Gesten und großen Worte in all- täglichen Begegnungen durchzu-buchstabieren, sich an der Viel- fältigkeit der europäischen Menschen und Kulturen zu erfreuen und ein versöhnendes und fried-liches Miteinander zu gestalten.
Das ist Beziehungs–geschehen und trifft eine der wesentlichen Haltungen, zu der die ignatianischen Exerzitien motivieren.
D.Fleming: draw me into your friendship – the spiritual exercises – a literal translation& a comtemporary reading
Die Rede Charles de Gaulle’s an die deutsche Jugend: http://www.degaulle.lpb-bw.de/
politische Versöhnungskonzepte: http://www.bpb.de/themen/VBPEF4,0,0,Versöhnung.html
Für eine eher heitere Beschäftigung – z.B. In welcher europäischen Sprache sagt es sich am schönsten ‚ich liebe dich‘?: http://www.goethe.de/europaliste/

Beim Lesen der Tageszeitung fällt mein Augenmerk auf eine Veranstaltung, die die Erinnerung an den armenischen Völkermord, der sich im April zum hundertsten Mal jährt, wachhalten will. Die Grenzen zwischen Armenien und der Türkei und zwischen Armenien und Aserbeidschan sind geschlossen – Anerkennung des Völkermords und Versöhnung in einem kriegerischen Konflikt stehen noch aus. Armenien
Staunend lese ich, dass Armenien bereits im 3. Jh. n. Chr. eine christ- liche Nation ist, schaue auf grüne Hügel mit uralten Klosteranlagen, in der Ferne schneeige Hochgebirgs-spitzen, entdecke eine vielfältige Erinnerungs– und Trauerkultur und lausche den Klängen der Duduk, einem alten, dem Klang der Klarinette ähnlichen, Blasinstrument, aus Aprikosenholz geschnitzt, mit einem warmen, melancholischen Ton: es gibt heitere Tanz- melodien, alte liturgische Hymnen und – der Duduk weint– trauervolle Weisen zum Gedenken an die Ermordeten. „Doudouk – souffle divin accrochant a nos coeurs…ton appel infini est un puissant breuvage s’opposant a l’oubli“
Eine Hörprobe: http://www.youtube.com/watch?v=j3wUQhBjejk
Bilder und Text in der CD: songs from a world apart
Eine Hör-Probe von Djivan Gasparyan : http://www.youtube.com/watch?v=tA2YDXZRmOI

hungertuch_2015Eine Freundin besucht mich und bringt mir Bild und Meditations-heftchen des diesjährigen Hunger- tuchs mit und wir vertiefen uns in Film und Texte, die Misereor als Material- sammlung bereithält.
Der diesjährige Künstler DaoZi ist Chinese und vor einigen Jahren Christ geworden. Verbunden mit der chinesischen Tuschmalerei, die sich aus zen–buddhistischer und taoistischer Philosophie speist, hat er einen eigenen Stil gefunden, mit dem er „den Wesenskern der christlichen Botschaft“ ausdrücken will. Er verzichtet auf eine Illustration biblischer Geschichten – so kostbar und anregend auch diese Möglichkeit ist – und lädt ein zu einer Betrachtung von „Herz zu Herz“. Ich freue mich über die Brücke, die vor allem einer der Meditationstexte zur klassischen chinesischen Philosophie schlägt, in der auch die jesuitischen China-Missionare des 17. Jahrhunderts vertraute Anklänge zur Exerzitienspiritualität entdeckten.
R. Moufang findet heutige Worte um die großartige Sicht des Nikolaus von Kues „der coincidentia oppositorum – der Zusammenfall der Gegensätze“ neu zu sagen:
„…das Eine in Allem/die Vielen sind Eins/im Tode das Leben/Geheimnis des Seins“
Was verbindet taoistische Denker des 6. – 4. vorchristlichen Jahrhunderts, einen abend-ländischen Philosophen des Mittelalters, Jesuiten an der Schwelle zur Neuzeit und – vielleicht – auch uns heute? Es ist die Bereitschaft ein „entweder–oder–Denken/Denken in Gegensätzen“ zu lassen, weil ein „sowohl–als auch–-Denken/Denken in Verbundenheit“ als wirklichkeitsgerecht gesehen und als lebensspendend erlebt wird.
Oder – um es mit Ignatius zu sagen: „deus semper maior – Gott ist immer grösser“. DIGITAL CAMERABeim Schauen auf das Hungertuch stellt sich bei mir spontan die Erinnerung an eine Auferstehungsikone ein: Christus, der das Reich des Todes durch-schritten hat, hält einen Mann und eine Frau – die Ikonographie sagt „Adam und Eva“ – am Puls und zieht mit ihnen alle Eingeschlossenen ins Licht. Ungeachtet des Titels und der DaoZi leitenden Worte aus der Bergpredigt, sehe ich das mächtige und kraftvolle Aufleuchten des göttlichen Glanzes – im Leben und im Tod!
Bild und Text: http://www.misereor.de
Hinweis zur Ikone: http://www.oekumene-ack.de/fileadmin/…/Meditation_zur_Anastasis-Ikone.pd…

Beate Bleck

GCL: wenn jemand mal fragt…

Im September 2014 ist ein kleines Faltblatt erstellt worden, das Auskunft gibt über die Spiritualität, die Lebensweise, und – ja,. auch das: – die Strukturen der GCL in Deutschland. Er ist in den Downloads abgelegt und kann hier eingesehen und zum Mitnehmen oder zur Eigenlektüre ausgedruckt werden:

GCL-Strukturen und Kontaktmoeglichkeiten

GCL als Brücke über die Ränder – Wo Himmel und Erde sich berühren

Foto1884Es war ein richtig gutes Wochenende (22. – 24. August 2014), das erste Regionalwochenende der GCL Aachen und Köln mit unserem „neuen“ Kirchlichen Assistenten, P. Götz Werner SJ, der mit Frank Oboth die inhaltliche Vorbereitung übernommen hatte. Mir hat es Freude gemacht, mit den beiden für den guten Rahmen dieses Wochenendes zu sorgen. Wie es dann wurde, haben letztlich die Teilnehmenden durch ihre Weise, sich einzulassen, bestimmt. In drei Schritten (Ort – Menschen – Weise) gibt uns Beate Bleck mit ihrem nachfolgenden erfrischenden Bericht Einblicke in das diesjährige Regionalwochenende der GCL Aachen und Köln. Danke Beate!

Der Ort:
Drinnen und draußen laden weite und offene Räume ein:
Essen im Wintergarten – zuerst fällt mein Blick auf einen menschgroßen, mohnrot blühenden Hibiskus. Foto1926
Im gepflegten Garten gibt es viele Möglichkeiten, die Einzelbesinnungs-zeiten zu verbringen – im ‚Raucher-Pavillon‘, auf Schlenderwegen an tiefrotschwarzen Stockrosenblüten und alten Bäumen vorbei, auf einer Terrasse am Brunnen, dessen Wassersprudler von drei Fels-Stelen gefasst ist…
In der Mitte des Tagungshauses (Haus Magdalena in Bad Honnef) treffen sich in einer weiträumigen Sitzgruppe unter einer hohen Glasdachkuppel, in deren Mitte ein Weltkugel-Brunnen plätschert, in den Zwischendurch-Zeiten gerne Plauder-grüppchen und Foto1894 in der schlichten Kapelle, die die Gebete der wenigen hier noch lebenden Franziskanerinnen atmet, feiern wir unsere Gebetszeiten und die Eucharistie.

Die Menschen:
Wir sind zu 16 Menschen zusammengekommen, um uns von einem, der von der Delegierten-versammlung vorgeschlagenen Themen –’GCL als Brücke über die   Ränder…‘ – inspirieren zu lassen.
Eine gut aufgelegte Leitung, deren Freude an Vorbereitung und Durchführung sichtlich die auch spürbare Anstrengung und Aufregung überwog, führte uns mit drei ignatianischen Wort-Weisern – Freude + Indifferenz + Magis – durch die Tage.
Mich hat es besonders gefreut, dass die Mitglieder den drei teilnehmenden Gästen auf eine Weise begegneten, die diese in der Schlussreflektion sagen ließen, dass sie sich in der Gruppe willkommen geheißen und in den persönlichen Austausch hineingenommen fühlten.

Die Weise:
Wieder einmal zeigt sich, dass die vertraute und geübte Struktur – Impuls, Einzel-besinnung, Kleingruppenaustausch, Zusammenfassung im Plenum – zu Tiefe im Wahrnehmen der persönlichen Bewegungen und im geteilten Austausch führt.
Von den vielfältigen anregenden Impulsen mag ich einige herausgreifen und weiterreichen:
• ein mir bis dahin unbekanntes Ignatiusbild empfing uns beim Eintritt in unseren Tagungsraum: eine köstliche Perspektive – Ignatius in einer Seitenansicht, in einer ungemein dynamischen Bewegung, die das ganze Bild ausfüllt, der Ordensrock wird von dem nach vorn strebenden Schritt nach hinten hochgewirbelt und der Stock ist vorgestreckt ,fast vor-geworfen.
• (ich höre alle ‚Jäger und Sammler‘ unter den Lesenden fragen ‚Wo finde ich denn dieses Bild‘ – Frank Oboth, der Finder, teilt es gerne mit uns allen: http://cvxargentina.blogspot.de/
• das Angebot von Kleinst-Übungsbewegungen aus dem Qigong stimmte uns auch jeweils leiblich auf das nächste Thema ein und brachte eine spielerische und heitere Note – mit den Energien von Bär, Kranich, Tiger und Schlange – in unser Miteinander.
(Neugierig geworden? Siehe http://vimeo.com/66240606)
• Wir haben das Fünf-Finger-Abendgebet als eine leichte Form des Gebets der liebenden Aufmerksamkeit kennengelernt:
In den Ereignissen dieses Tages erspüre ich das Ja Jesu Christi zu mir und meines zu ihm –
den Daumen haltend schaue ich auf das, was mich heute dankbar sein lässt,
den Zeigefinger haltend schaue ich auf die Ziele des Tages und darin enthalten auf das, was ich ‚wünsche und begehre‘ für mein Wachsen in der Freundschaft mit Jesus,
den Mittelfinger haltend schaue ich auf die Menschen, die mir heute begegneten,
den Ringfinger haltend erspüre ich die Resonanz, die all das, was sich heute ereignete, in mir hervorlockt und darin die Präsenz Jesu Christi,
den kleinen Finger haltend spüre ich alle Anspannung und Entspannung in meinem Körper und lasse mich so wie ich bin, da sein.

Foto1887 Aus vielfältigen Tisch- und Pausengesprächen halte ich einige Vignetten fest – Assoziationen zum Thema ‚als Brücke zu den Rändern‘ stellen sich ein:
Erfahrungen aus der Versorgung und Pflege von an Alzheimer erkrankten Menschen, die in Exerzitien fein gestimmte Aufmerk-samkeit, die sich vom Tanz der Kiefern einladen lässt, über die Frage, was sich hinter dem Begriff ‚fair-hergestellte und -gehandelte‘ Smartphones verbirgt, sprangen uns die, meist unter menschenunwürdigen und höchst gesundheits-gefährdenden Bedingungen arbeitenden, Mineralien-Schürfer in Afrika in den Sinn – mit der Einladung, die bestehenden Möglichkeiten politischer Einflussnahme auch zu nutzen, sei es als Verbraucher, sei es als Abgesandte eines weltweit operierenden Chemiekonzern in einem Arbeitsgremium der EU……

Eine kostbare Zeit, in der wir uns gegenseitig reichen Anteil an unseren Lebens- und Glaubenshoffnungen gaben!
Beate Bleck

„Es ist schön in Christus zu sterben. Amen – Ja, Amen“ – Zum Tod von Manfred Lürken

Am 10. Juli haben wir uns in Köln von Manfred Lürken verabschiedet. Er war am 27. Juni 2013 von uns gegangen, nachdem er in der letzten Phase seines Erdenlebens geduldig die Schwere seiner Krankheit getragen hat. Sein Leiden hat er als Aufgabe verstanden und es stellvertretend für die Kirche und die ihm anvertrauten Menschen ertragen. „Es ist schön in Christus zu sterben“, sagte er, als seine Lebenskraft zu Ende ging. So wie Manfred gelebt hat, ist er wohl auch gestorben, zuversichtlich, voll Vertrauen und in Würde. Auch der Tag des Abschieds von ihm hatte eine große Würde. In der Kölner Kirche St. Agnes, in der Manfred 20 Jahre Pfarrer war, haben wir die Exequien gefeiert. Weihbischof Dominikus Schwaderlapp eröffnete seine Homilie mit den Worten: „Amen – Ja, Amen“ und sagte sinngemäß: „Ich möchte keine Predigt über Manfred Lürken halten – ich möchte ihn selbst predigen lassen durch sein Leben.“ Er nannte drei Säulen in Manfreds Leben – seine Zuversicht, seine Präsenz und seine Großherzigkeit – und entfaltete diese Wesensmerkmale anhand von konkreten Erfahrungen, die viele Menschen in der Begegnung und im Zusammenleben/-arbeiten mit Manfred gemacht haben. Ja, das hat er uns auch in der GCL geschenkt und uns reich gemacht durch sein Glaubenszeugnis, das er uns auf so schlichte, bewegende Weise gegeben hat. Manfred hat uns hier in der Regionalgemeinschaft Aachen und Köln über viele Jahre treu begleitet. Präsenz, Humor, geistliche Tiefe und Weite, Hoffnung und Freude hat er immer ausgestrahlt und damit das Miteinander belebt und genährt. In jeder Eucharistiefeier wiederholte er den Satz: „Keine Widerwärtigkeit raube uns die Freude am inneren Fest.“ So hat er gelebt, aus der Freude am inneren Fest. Und immer, wenn er diesen Satz von Gregor dem Großen ausrief, kam mir das Lied in den Sinn „Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat uns aufgeweckt und Feuer brennt hell.“ Das war wohl ein Teil von Manfreds Berufung, ohne Aufhebens von sich selbst und den eigenen Werken (derer hätte er sich wirklich rühmen können) zu machen, die Menschen anzustecken und aufzuwecken für ein Leben in Liebe zu Christus und zu dem, was uns in jedem Augenblick entgegenkommt.

Auf dem Kölner Melatenfriedhof, dem Ort, wo viele bekannte und geschätzte Persönlichkeiten bestattet sind, haben wir Manfred begraben in der Grabstätte des Erzbischöflichen Priesterseminars Köln (im Priesterseminar hatte er 22 Jahre als Spiritual gewirkt). Zu den bekannten und geschätzten Persönlichkeiten gehört Manfred unbedingt. Selten kann man eine vom Einzug zu den Exequien bis zum Abschied am Grab eine solch durchgängige Stimmigkeit erleben. Trauer empfand ich und gleichzeitig großen Trost und Frieden. Manfred Lürken hat Gebete immer gerne mit dem „Amen – Ja, Amen“ beendet. Das heißt ja: So soll es geschehen. Aktiv sein und zugleich geschehen lassen, diese Haltung war Maria, der Mutter Jesu eigen. Manfred hatte eine lebendige, liebevolle Beziehung zu Maria, die sich eben auch in seinem kraftvollen Amen – Ja, Amen ausdrückte. Manfreds Vermächtnis an uns: Nichts und Niemand nehme uns die Freude am Fest, das Gott mit uns an jedem Tag feiern möchte. Amen – Ja, Amen.