GCL als Brücke über die Ränder – Wo Himmel und Erde sich berühren

Foto1884Es war ein richtig gutes Wochenende (22. – 24. August 2014), das erste Regionalwochenende der GCL Aachen und Köln mit unserem „neuen“ Kirchlichen Assistenten, P. Götz Werner SJ, der mit Frank Oboth die inhaltliche Vorbereitung übernommen hatte. Mir hat es Freude gemacht, mit den beiden für den guten Rahmen dieses Wochenendes zu sorgen. Wie es dann wurde, haben letztlich die Teilnehmenden durch ihre Weise, sich einzulassen, bestimmt. In drei Schritten (Ort – Menschen – Weise) gibt uns Beate Bleck mit ihrem nachfolgenden erfrischenden Bericht Einblicke in das diesjährige Regionalwochenende der GCL Aachen und Köln. Danke Beate!

Der Ort:
Drinnen und draußen laden weite und offene Räume ein:
Essen im Wintergarten – zuerst fällt mein Blick auf einen menschgroßen, mohnrot blühenden Hibiskus. Foto1926
Im gepflegten Garten gibt es viele Möglichkeiten, die Einzelbesinnungs-zeiten zu verbringen – im ‚Raucher-Pavillon‘, auf Schlenderwegen an tiefrotschwarzen Stockrosenblüten und alten Bäumen vorbei, auf einer Terrasse am Brunnen, dessen Wassersprudler von drei Fels-Stelen gefasst ist…
In der Mitte des Tagungshauses (Haus Magdalena in Bad Honnef) treffen sich in einer weiträumigen Sitzgruppe unter einer hohen Glasdachkuppel, in deren Mitte ein Weltkugel-Brunnen plätschert, in den Zwischendurch-Zeiten gerne Plauder-grüppchen und Foto1894 in der schlichten Kapelle, die die Gebete der wenigen hier noch lebenden Franziskanerinnen atmet, feiern wir unsere Gebetszeiten und die Eucharistie.

Die Menschen:
Wir sind zu 16 Menschen zusammengekommen, um uns von einem, der von der Delegierten-versammlung vorgeschlagenen Themen –’GCL als Brücke über die   Ränder…‘ – inspirieren zu lassen.
Eine gut aufgelegte Leitung, deren Freude an Vorbereitung und Durchführung sichtlich die auch spürbare Anstrengung und Aufregung überwog, führte uns mit drei ignatianischen Wort-Weisern – Freude + Indifferenz + Magis – durch die Tage.
Mich hat es besonders gefreut, dass die Mitglieder den drei teilnehmenden Gästen auf eine Weise begegneten, die diese in der Schlussreflektion sagen ließen, dass sie sich in der Gruppe willkommen geheißen und in den persönlichen Austausch hineingenommen fühlten.

Die Weise:
Wieder einmal zeigt sich, dass die vertraute und geübte Struktur – Impuls, Einzel-besinnung, Kleingruppenaustausch, Zusammenfassung im Plenum – zu Tiefe im Wahrnehmen der persönlichen Bewegungen und im geteilten Austausch führt.
Von den vielfältigen anregenden Impulsen mag ich einige herausgreifen und weiterreichen:
• ein mir bis dahin unbekanntes Ignatiusbild empfing uns beim Eintritt in unseren Tagungsraum: eine köstliche Perspektive – Ignatius in einer Seitenansicht, in einer ungemein dynamischen Bewegung, die das ganze Bild ausfüllt, der Ordensrock wird von dem nach vorn strebenden Schritt nach hinten hochgewirbelt und der Stock ist vorgestreckt ,fast vor-geworfen.
• (ich höre alle ‚Jäger und Sammler‘ unter den Lesenden fragen ‚Wo finde ich denn dieses Bild‘ – Frank Oboth, der Finder, teilt es gerne mit uns allen: http://cvxargentina.blogspot.de/
• das Angebot von Kleinst-Übungsbewegungen aus dem Qigong stimmte uns auch jeweils leiblich auf das nächste Thema ein und brachte eine spielerische und heitere Note – mit den Energien von Bär, Kranich, Tiger und Schlange – in unser Miteinander.
(Neugierig geworden? Siehe http://vimeo.com/66240606)
• Wir haben das Fünf-Finger-Abendgebet als eine leichte Form des Gebets der liebenden Aufmerksamkeit kennengelernt:
In den Ereignissen dieses Tages erspüre ich das Ja Jesu Christi zu mir und meines zu ihm –
den Daumen haltend schaue ich auf das, was mich heute dankbar sein lässt,
den Zeigefinger haltend schaue ich auf die Ziele des Tages und darin enthalten auf das, was ich ‚wünsche und begehre‘ für mein Wachsen in der Freundschaft mit Jesus,
den Mittelfinger haltend schaue ich auf die Menschen, die mir heute begegneten,
den Ringfinger haltend erspüre ich die Resonanz, die all das, was sich heute ereignete, in mir hervorlockt und darin die Präsenz Jesu Christi,
den kleinen Finger haltend spüre ich alle Anspannung und Entspannung in meinem Körper und lasse mich so wie ich bin, da sein.

Foto1887 Aus vielfältigen Tisch- und Pausengesprächen halte ich einige Vignetten fest – Assoziationen zum Thema ‚als Brücke zu den Rändern‘ stellen sich ein:
Erfahrungen aus der Versorgung und Pflege von an Alzheimer erkrankten Menschen, die in Exerzitien fein gestimmte Aufmerk-samkeit, die sich vom Tanz der Kiefern einladen lässt, über die Frage, was sich hinter dem Begriff ‚fair-hergestellte und -gehandelte‘ Smartphones verbirgt, sprangen uns die, meist unter menschenunwürdigen und höchst gesundheits-gefährdenden Bedingungen arbeitenden, Mineralien-Schürfer in Afrika in den Sinn – mit der Einladung, die bestehenden Möglichkeiten politischer Einflussnahme auch zu nutzen, sei es als Verbraucher, sei es als Abgesandte eines weltweit operierenden Chemiekonzern in einem Arbeitsgremium der EU……

Eine kostbare Zeit, in der wir uns gegenseitig reichen Anteil an unseren Lebens- und Glaubenshoffnungen gaben!
Beate Bleck

„Es ist schön in Christus zu sterben. Amen – Ja, Amen“ – Zum Tod von Manfred Lürken

Am 10. Juli haben wir uns in Köln von Manfred Lürken verabschiedet. Er war am 27. Juni 2013 von uns gegangen, nachdem er in der letzten Phase seines Erdenlebens geduldig die Schwere seiner Krankheit getragen hat. Sein Leiden hat er als Aufgabe verstanden und es stellvertretend für die Kirche und die ihm anvertrauten Menschen ertragen. „Es ist schön in Christus zu sterben“, sagte er, als seine Lebenskraft zu Ende ging. So wie Manfred gelebt hat, ist er wohl auch gestorben, zuversichtlich, voll Vertrauen und in Würde. Auch der Tag des Abschieds von ihm hatte eine große Würde. In der Kölner Kirche St. Agnes, in der Manfred 20 Jahre Pfarrer war, haben wir die Exequien gefeiert. Weihbischof Dominikus Schwaderlapp eröffnete seine Homilie mit den Worten: „Amen – Ja, Amen“ und sagte sinngemäß: „Ich möchte keine Predigt über Manfred Lürken halten – ich möchte ihn selbst predigen lassen durch sein Leben.“ Er nannte drei Säulen in Manfreds Leben – seine Zuversicht, seine Präsenz und seine Großherzigkeit – und entfaltete diese Wesensmerkmale anhand von konkreten Erfahrungen, die viele Menschen in der Begegnung und im Zusammenleben/-arbeiten mit Manfred gemacht haben. Ja, das hat er uns auch in der GCL geschenkt und uns reich gemacht durch sein Glaubenszeugnis, das er uns auf so schlichte, bewegende Weise gegeben hat. Manfred hat uns hier in der Regionalgemeinschaft Aachen und Köln über viele Jahre treu begleitet. Präsenz, Humor, geistliche Tiefe und Weite, Hoffnung und Freude hat er immer ausgestrahlt und damit das Miteinander belebt und genährt. In jeder Eucharistiefeier wiederholte er den Satz: „Keine Widerwärtigkeit raube uns die Freude am inneren Fest.“ So hat er gelebt, aus der Freude am inneren Fest. Und immer, wenn er diesen Satz von Gregor dem Großen ausrief, kam mir das Lied in den Sinn „Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat uns aufgeweckt und Feuer brennt hell.“ Das war wohl ein Teil von Manfreds Berufung, ohne Aufhebens von sich selbst und den eigenen Werken (derer hätte er sich wirklich rühmen können) zu machen, die Menschen anzustecken und aufzuwecken für ein Leben in Liebe zu Christus und zu dem, was uns in jedem Augenblick entgegenkommt.

Auf dem Kölner Melatenfriedhof, dem Ort, wo viele bekannte und geschätzte Persönlichkeiten bestattet sind, haben wir Manfred begraben in der Grabstätte des Erzbischöflichen Priesterseminars Köln (im Priesterseminar hatte er 22 Jahre als Spiritual gewirkt). Zu den bekannten und geschätzten Persönlichkeiten gehört Manfred unbedingt. Selten kann man eine vom Einzug zu den Exequien bis zum Abschied am Grab eine solch durchgängige Stimmigkeit erleben. Trauer empfand ich und gleichzeitig großen Trost und Frieden. Manfred Lürken hat Gebete immer gerne mit dem „Amen – Ja, Amen“ beendet. Das heißt ja: So soll es geschehen. Aktiv sein und zugleich geschehen lassen, diese Haltung war Maria, der Mutter Jesu eigen. Manfred hatte eine lebendige, liebevolle Beziehung zu Maria, die sich eben auch in seinem kraftvollen Amen – Ja, Amen ausdrückte. Manfreds Vermächtnis an uns: Nichts und Niemand nehme uns die Freude am Fest, das Gott mit uns an jedem Tag feiern möchte. Amen – Ja, Amen.

Fest des Glaubens (5. – 9. Juni) – GCL beim Eucharistischen Kongress

Für die Einen war es ein großes Event nach rheinischer Art und für Andere ein frommes Festival, dessen Konservatismus in den Medien ausgeschlachtet wurde. Auf eher unspektakuläre Weise suchten wohl viele Menschen in diesen Tagen Raum und Zeit, sich der Gegenwart Jesu Christi auszusetzen und die heilende Kraft dieser Gegenwart zu erfahren. Interessierte und Suchende solcher Art hat die GCL am Samstagabend zu einem Meditativen Gottesdienst in der Kölner Jesuitenkirche St. Peter eingeladen. Unerwartet viele waren gekommen, gut 90 Menschen, davon fast ein Viertel GCLer fanden zusammen zu einer Gemeinschaft vor dem ausgesetzten Christus. Das Thema der Anima Christi nach Angelus Silesius durchzog den Gottesdienst, und vor dem dem gekreuzigten Petrus (Gemälde von Rubens) konnten die Teilnehmenden einen Stein (als Symbol für persönliches Leid, Leid der Kirche und der Welt) ablegen sowie eine Kerze anzünden. Dies und auch die Einladung, sich mit dem Chrisam-Öl salben zu lassen, wurde von fast allen dankbar angenommen. Da ist Christus zu uns gekommen in der Eucharistie, in Wort und Tat, da ist Heilung für Manchen erfahrbar geworden. Die vorgetragene Lesung vom barmherzigen Samariter (Lukas 10) ist unter uns lebendig geworden. Und die anschließende Begegnung im Innenhof der Kirche bei Wasser, Saft und Brezeln war ebenso lebendig und fruchtbar. Danke Thomas, Michael und Marlies für dieses Geschenk!

Aussendung der Delegierten für das GCL-Welttreffen im Libanon

Seit über einem Jahr steht der Libanon als Veranstaltungsland des nächsten GCL-Welttreffens fest. Vor mehr als sechs Monaten wurden die Delegierten der Deutschen Nationalgemeinschaft benannt – es sind Ernst Langner, Vorstandsvorsitzender GCL Deutschland, Thomas Gertler SJ, Kirchlicher Assistent GCL Deutschland und Inge Höpfl, GCL München. Inge kandidiert gleichzeitig für ein Amt auf Weltebene.

Am 1. Juni wurden die Delegierten im Rahmen eines Vorstandstreffens, bei dem zeitweise alle Delegierten sowie das Vorbereitungsteam anwesend waren, am Ende der gemeinsamen Eucharistiefeier ausgesendet.

Wolfram Nichell hat das Aussendungsgebet formuliert und wir bitten um euer aller Gebet für unsere Delegierten und das Treffen.

Delegierte Libanon

Gütiger Gott, Du hast uns als Jüngerinnen und Jünger berufen, Dir nachzufolgen und auf Dein Wort zu hören. Du liebst alle Menschen ohne Ansehen der Herkunft. Du hast uns deinen Frieden geschenkt und willst, dass wir in diesem Frieden miteinander und füreinander leben.

In den anderen Menschen, gerade in ihrer Unterschiedlichkeit, begegnest Du uns in Deiner großen Liebe. Diese Unterschiedlichkeit sollten wir als Bereicherung für uns und unsere Gemeinschaft und nicht als Hindernis erfahren.

Lass auch unsere Delegierten Inge, Ernst und Thomas, die aus unserer Mitte aufbrechen werden, davon etwas spüren.

Gib, dass aus den Begegnungen, dem Austausch, den Gebeten und Beratungen bleibende Frucht erwachse, und lass unsere Delegierten mitwirken am Gelingen dieses Welttreffens.

Und so bitten wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes – dass Er Euren Weg segnend begleite und bei Euren Aufgaben helfe und Ihr so zum Segen für die Weltgemeinschaft werdet. Amen.

(erstellt von Franziska Stein, München)

Treffen mit P. General Adolfo Nicolás SJ am 6. April 2013 in München

Im Rahmen seines mehrtägigen Deutschlandbesuches fand am 6. April 2013 ein Treffen von P. Adolfo Nicolás SJ mit LaienmitarbeiterInnen im Saal der St. Michael Kirche in München, statt.

Zum Abschluss des Treffens feierte P. Nicolás SJ mit P. Provinzial Kiechle SJ eine Hl. Messe in St. Michael.

Für die GCL nahmen Ernst Langner (Vorsitzender), Maria Boxberg (stellvertr. Vorsitzende) und Franziska Stein (Diözesanteam München) teil.

Das freundliche Wesen des Generaloberen, seine klugen Worte und nicht zuletzt sein feiner Humor haben einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen. An seinen interessanten Aussagen lassen wir gern alle teilhaben.

„Den Glauben kann man in säkularisierter Umwelt vertiefen. Gelingt das nicht, verliert man ihn“.

mehr dazu hier: Treffen mit P. General 6.4

(erstellt von Franziska Stein, München)

„Vernetzungsinitiative für Menschen in Selbständigkeit und Führungsverantwortung“ stellt sich vor

Die „Vernetzungsinitiative für Menschen in Selbständigkeit und Führungsverantwortung“ geht auf Erfahrungen in Exerzitien zurück: einerseits die Erfahrung von Ganzheit und Fülle, und andererseits im Beruf Fragen und Grenzen, die existenziell und spirituell massiv herausfordern. So entstanden Treffen, bei denen die Betroffenen sich austauschen:
– Welche Impulse gibt die Ignatianische Spiritualität im jeweiligen Berufsfeld?
– Wie können wir Reflexion und Unterstützung in Gemeinschaft für unsere
Vernetzungstreffen nutzen?
– Wo sind Spuren von Gottes Geist zu finden, und wie ergeben sich neue Schritte?
Thematische Schritte und ingatianische Methoden prägen die Treffen.
Die Treffen sind bewusst offen für Interessierte aus den angesprochenen Berufsgruppen.

(erstellt von Joachim Schütter, München)

Von Ahmsen nach Harare – von Mensch zu Mensch – einander haltend

Inzwischen bin ich schon drei Wochen zurück aus Simbabwe. Es hat einige Zeit gedauert, bis meine Seele nachgekommen ist. Tief beeindruckt und verwirrt habe ich jetzt endlich meinen Bericht schreiben können. Das Bild unter der Überschrift des Berichts zeigt übrigens die schrumpligen Hände einer über Neunzig-Jährigen und meine schrumligen. Es stellt sich nicht die Frage: wer hält hier wen? Eher ist es so: wir halten einander.

Hier ist der Reisebericht aus Simbabwe
(erstellt von Johanna Merkt, Ahmsen)