Energiewende: Warum sie in Deutschland weiter gehen muss

Das Thema Energiewende ist in aller Munde und scheinbar sind fast alle auch dafür. Das ist einerseits schön, andererseits ist ein genauerer Blick darauf erforderlich, was der eine oder andere mit seinen Vorschlägen zur Energiewende bezweckt bzw. was mit der Umsetzung der Vorschläge erreicht würde. Ganz besondere Aufmerksamkeit verdienen einige intensiv genutzte Vokabeln wie „Bezahlbarkeit“, Kostenexplosion“, „Entsolidarisierung“, etc. Das öffnet ein weites Feld der Unterscheidung der Geister, in dem ich mich in diesem Blog unter der Überschrift „Energiewende“ artikulieren möchte.

Vorab zu meiner Person:
– Ich bin Mitglied der GCL.
– Ich bin Physiker und habe in experimenteller Halbleiterphysik promoviert. Seit 21 Jahren arbeite im Bereich Erneuerbare Energien, weil ich dadurch etwas tun möchte, was unsere Welt umweltfreundlicher, sozialer und gerechter macht.
– Ich arbeite in einem Beratungsbüro. Überwiegend bin ich in europäischen Forschungsprojekten tätig.
– Privat habe ich umgesetzt, was ich anderen empfehle. Meine Familie ist deutscher Energiesparmeister 2006.
– Weder ich noch mein Arbeitgeber werden dafür bezahlt, dass ich diese Ausführungen hier mache.

These 1: Eine echte Energiewende in Deutschland ist von weltweiter Bedeutung für Klima- und Umweltschutz, Sicherung der Energieversorgung und Wirtschaftsentwicklung, sozialen Ausgleich, Entwicklung und Frieden.

Begründung:
– Die Nutzung von Erneuerbaren Energien (EE) ist im Vergleich zu der von fossilen Energien klimaneutral – jetzt schon fast, aber spätestens dann vollständig, wenn nur noch Energie aus EE genutzt wird. Sie ist zudem weitgehend schadstofffrei.
– Das physikalische Potential von EE ist über 6.000 mal größer als der weltweite Energiebedarf. Somit kann mit EE dauerhaft die Energieversorgung gesichert werden. Alle fossilen Energieträger, auch Uran, werden noch in diesem Jahrhundert aufgezehrt werden, wenn ihre Nutzung weiterhin so rasant steigt, wie zur Zeit.
– Vor allem wird es zu wirtschaftlichen Turbulenzen kommen, wenn wegen kurzzeitiger Versorgungsengpässe die Preise fossiler Energieträger in die Höhe schnellen. Ein Grund neben anderen für die weltweite Finanzkrise waren die 2008 hochgeschnellten Rohölpreise (s. http://www.tecson.de/historische-oelpreise.html). In der Folge konnten viele amerikanische Hausbesitzer wegen der hohen Benzin- und Heizkosten ihre Hauskredite nicht mehr bedienen. Dies brachte die Lawine ins Rollen, die in der weltweiten Finanzkrise mündete.
– EE können auch von kleineren Handlungsträgern, Hausbesitzern, Landwirten, KMU u.a. selbst genutzt werden, Ihr Einsatz ermöglicht eine leichtere Umsetzung des sozialethischen Grundsatzes der Subsidiarität. Anders ausgedrückt: EE ermöglichen eine breitere Streuung von Einkommensmöglichkeiten, mehr Entscheidungsfindung auf kleinerer Ebene, mehr Selbstbestimmung.
– Günstige Energie für Länder des Südens kann nur aus EE bereitgestellt werden. Schon seit den 1990er Jahren ist es z.B. kostengünstiger, Strom in Gegenden ohne Netzanschluss aus PV-Anlagen mit Batteriespeicher bereitzustellen, sofern die benötigte PV-Leistung (in kW) geringer ist als die Entfernung vom bestehenden Stromnetz (in km). Dies betraf schon damals ca. 1-2 Mrd. Menschen, mittlerweile sind es mehr geworden. Es ist für deren Entwicklung von großer Bedeutung, dass sie günstige elektrische Energie zur Verfügung haben.
– Für die Versorgungssicherheit, aber auch den Frieden ist entscheidend, dass EE weltweit verfügbar sind und nicht nur in einigen wenigen, meist politisch instabilen Regionen.
– Die Energiewende in Deutschland trägt entscheidend dazu bei, dass sich Märkte für PV u.a. EE entwickeln und diese Technologien günstiger und zuverlässiger werden. Die Energiewende in Deutschland wird weltweit beobachtet. Gelingt sie bei uns, wird sie viele Nachahmer finden. Wird sie bei uns gestoppt, wir sie auch in anderen Ländern auf Sparflamme oder gar nicht durchgeführt werden. Sie ist darum von weltweiter Bedeutung für die o.g. Ziele.

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Thesen zur Klima-Erwärmung

Das Phänomen der Klimaerwärmung, die in erster Linie durch zusätzliche Treibhausgase in der Atmosphäre verursacht wird, ist heute eine wissenschaftlich mit hoher Wahrscheinlichkeit erwiesene Tatsache.

Die GCL-Region Main hat sich bei ihrem Treffen am 1.-3. März 2013 in Ilbenstadt mit diesem Thema auseinandergesetzt und mich zu einem Referat dazu eingeladen.

Im Download finden Sie Thesen zum Klimawandel.

Eine klimafreundliche Zivilisation braucht neben ressourcensparender Technik und verbindlicher Regeln und Zusammenarbeit auch eine andere Einstellung zu den Gütern der Erde und zum Mitmenschen. Dazu finden Sie hier im Download Überlegungen zum „Wertewandel für das Klima“, die ich für das Referat zusammengestellt habe.

Peter Jaumann, Kommission Sendung und Dienst, München

GCL-Online

Zum neuen Jahr 2013 wird das „Werkheft“ in Teilen zusätzlich zur gedruckten Version auch in Form eines Online-Blogs verfügbar sein. Neben den „Gebetshilfen aus der Schrift“ wird passend dazu der Ablauf für einen Abend in der Gruppe – „Praktisch umgesetzt“ – und die Reihe „Ignatianisch leben“ hier in den „Impulsen für die Gruppe“ veröffentlicht. In den „Downloads“ finden Sie Hinweise zu Angeboten aus der GCL und Materialien aus den „größeren Gemeinschaften“, aus den Regionen, der National- und der Weltgemeinschaft.  Die Verantwortlichen der Jungen Erwachsenen und aller Vernetzungen in der GCL haben die Möglichkeit, auf ihre Veranstaltungen hinzuweisen.

Darüber hinaus haben die Autorinnen und Autoren des Werkheftes die Möglichkeit, hier Ideen, Anmerkungen, für unsere Gemeinschaft Interessantes zu „posten“ und so in einen offenen Dialog mit Leserinnen und Lesern dieses Blogs zu kommen.

Der Wunsch der Werkheft-Redaktion ist es, eine Möglichkeit der vernetzten Information und des vernetzten Austausches all denen zu ermöglichen, denen diese Form der Kommunikation vertraut ist – oder vielleicht vertraut werden kann. Zur Redaktion gehören Maria Boxberg, P. Thomas Gertler SJ, Harald Klein, Gerlinde Knoller und Gabriele Ullrich. Wir wünschen Ihnen und unserem Blog ein gutes Gelingen.

(erstellt von Thomas Szynkiewicz und Harald Klein, Köln)